Montag, 20. Mai 2013

11. Dezember 2011 21:22 Uhr

Bundesliga

Rot ist Trumpf: Bayern siegen in Stuttgart

In einer hitzigen Partie schlägt der FC Bayern München Stuttgart mit 2:1. Schlüsselszene des Spiels war der Platzverweis gegen VfB-Spieler Molinaro.

Der FC Bayern hat gestern Abend einen großen Schritt in Richtung Herbstmeisterschaft getan. Selbige ist zwar bekanntlich nichts wert, liefert aber verlässliche Hinweise auf die Titelvergabe am Saisonende. Während Meister Dortmund gestern zwei Punkte gegen Kaiserslautern (1:1) ließ, kehrten die Münchner mit drei Zählern und einem umkämpften 2:1 (1:1)-Sieg aus Stuttgart zurück.

Warum Bruno Labbadia gestern eine schwarze Krawatte zum samtblauen Jackett trug, blieb sein Geheimnis. Schließlich war an diesem Abend auch so schon viel Bedeutungsschweres für ihn zusammengekommen. Das 100. Spiel als Trainer – und das gegen jenen Klub, für den er in 82 Bundesligaspielen 28 Tore erzielt hatte. Der 150. Punktgewinn seiner Trainerkarriere nur noch einen Zähler entfernt und am heutigen Montag das vollendete erste Trainerjahr beim VfB. Dabei hatte kaum einer nach seinem gruseligen Start gedacht, er würde die zwölf Monate vollbringen.

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Die beiden 3:5- und 3:6-Heimpleiten innerhalb von drei Tagen in der Meisterschaft und im Pokal vor einem Jahr eben gegen jene Bayern sind bitterste Stuttgarter Fußball-Geschichte. Labbadia aber hat sie in kleinen, stetigen Schritten hinter sich gelassen, mit einer Mannschaft, die viel Vergangenheit, aber wenig Zukunft hat.

Stuttgart ohne Boulahrouz

Immerhin ist durch die Transfererlöse wieder Geld im Haus. Labbadia hofft, aus dem zweistelligen Betrag zur Winterpause schöpfen zu dürfen, um seine Altherrenriege etwas aufzupeppen. Der 45-Jährige musste gestern auf den angeschlagenen Boulahrouz verzichten. Die formschwachen Cacau und Pogrebnyak saßen anfangs nur auf der Bank. Beim FC Bayern rotierten Boateng, Alaba und Gustavo aus der Startformation.

Die Partie begann mit einer jener Großchancen, die jede Großmutter aus dem Rollstuhl heraus zum Tor nutzen würde – nur Mario Gomez nicht. Wenn es zu einfach wird, säbelt der Münchner über den Ball. Also hat er den präzisen Querpass, den ihm Robben zwei Meter vor dem VfB-Tor serviert hat, durch die Beine rutschen lassen.

Es war ein munterer Beginn, der die 60 400 Zuschauer in der ausverkauften Mercedes-Benz-Arena bei Laune hielt. Besonders die Stuttgarter, die 60 Sekunden nach Gomez’ Fehltritt das 1:0 (7.) durch Gentner feierten.

Die Münchner verlegten sich nun darauf, Gomez anspruchsvoller zu bedienen – und hatten Erfolg. Eine Rafinha-Flanke bugsierte der Torschützenkönig, hart bedrängt, zum 1:1 (13.)  in die Maschen. Die Bayern drängten auf die Führung, Stuttgart wehrte sich mit lähmendem Rückzug, einem glänzend reagierenden Ulreich und auf Kosten einer Gelb-Roten Karte. Molinaro war gegen Robben zweimal derart ungestüm zu Werke gegangen, dass er nach einer halben Stunde vom Platz flog. Schuldig war nach dem Urteil des VfB-Anhanges allerdings der Holländer, dessen Spiel fortan von Pfiffen und Schmährufen begleitet war.

Schiedsrichter Gräfe der Sündenbock

Für VfB-Manager Fredi Bobic war Schiedsrichter Gräfe der Sündenbock. „Gräfe hat unglaublich kleinlich gepfiffen“, ärgerte sich Bobic, „wir spielen doch kein Hallenhalma.“ Labbadia sprach schlicht von einer „Fehlentscheidung“.

Egal. Stuttgart kam mit der Unterzahl zunächst hervorragend zurecht, während die Münchner im Gefühl der zahlenmäßigen Überlegenheit abbauten. Das Spiel verlor seine Struktur. Die Bayern kreiselten ergebnislos den Stuttgarter Strafraum entlang, während der VfB versuchte, das Remis zu retten. Das funktionierte bis zur 60. Minute. Dann traf Gomez zum zweiten Mal. Robben dagegen traf nichts. Die Pfiffe hatten ihn entnervt.

Labbadia verordnete derweil die Flucht nach vorne, brachte Cacau und Pogrebnyak. Der VfB warf nun alles nach vorne, hatte zweimal durch die beiden eingewechselten Stürmer die Gelegenheit zum Ausgleich. Ihren Frust darüber ließen sie an Schiedsrichter Manuel Gräfe aus. Doch der Unparteiische hielt es wie zuvor Robben. Sagte kein Wort und ging, als alles vorbei war.

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