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07. Februar 2012 11:01 Uhr

TSV 1860 München

Auf einmal Aufstiegskandidat

Bei den Münchner Löwen überlagern Diskussionen in der Führungsetage schon lange den Sport. Doch auf einmal klopft der TSV 1860 München an die Tür zur ersten Liga

In den vergangenen Wochen ging es beim Münchner Traditionsverein nur um Dieter Schneider und Hasan Ismaik. Der eine Löwen-Präsident. Der andere finanzstarker Investor. Schneider will nicht zu viel Einfluss des Investors. Der Investor will den Präsidenten deshalb absägen. Der Sport rückte in den Hintergrund, dabei erarbeiteten sich die Löwen bereits in der Vorrunde eine durchaus komfortable Ausgangssituation.

Nach dem 2:0-Sieg gegen Energie Cottbus hat sich die Lage der Münchner nochmals verbessert. Weil die als Aufstiegskandidaten gehandelten Vereine beinahe durchwegs patzten, haben die Löwen nur noch sieben Zähler Rückstand auf den Relagationsrang. Allzu offensiv will man den Aufstieg nicht als neues Ziel ausgeben, aber Schneider, der vor genau einem Jahr das Präsidentenamt übernommen hat, blickt schon mal weiter nach oben: "Wenn die Spitzenteams uns den Gefallen tun sollten, noch ein-, zweimal zu patzen, dann werden wir angreifen."

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Löwen mit wichtigem Spiel in Aue

Nach dem beachtlichen Beutezug mit 16 Punkten aus den letzten sechs Spielen in der 2. Fußball-Bundesliga ist die Aufholjagd des Tabellensechsten zumindest eröffnet. "Wir schauen nach vorne»" erklärte Trainer Reiner Maurer am Montagabend - "aber nicht auf die Aufstiegsplätze, sondern den nächsten Gegner Erzgebirge Aue." Gelingt es den Löwen, die kleine Erfolgsserie am Freitagabend in Aue fortzusetzen, sind sie wieder ganz dick drin im Geschäft um die ersten drei Tabellenplätze. Denn am 21. Spieltag werden sich die Spitzenteams in direkten Vergleichen die Punkte gegenseitig wegnehmen: Spitzenreiter Fortuna Düsseldorf empfängt den Tabellenzweiten Eintracht Frankfurt, dahinter duellieren sich Greuther Fürth (4.) und der SC Paderborn (3.). Eine Woche später kommt es zum Duell der 60er mit Düsseldorf in der Allianz-Arena. "Ich will da nichts unnötig anheizen, aber jeder hat den Ehrgeiz, da oben näher ranzukommen", erklärte Torjäger Benjamin Lauth, der vor 14.600 Zuschauern den Frost-Kick gegen Cottbus mit seinen Saisontoren sieben und acht (35./90. Minute) sozusagen im Alleingang entschied.

Bemerkenswert ist, wie erfolgreich 1860-Trainer Maurer, der seinen Vertrag einen Tag vor dem Spiel bis 2013 verlängert hatte, und seine Spieler trotz der ständigen Querelen zwischen Verein und Investor ihren Job erledigen. "Die Unruhe sind wir gewohnt, das ist Alltag", meinte Bierofka. "Das hat uns nicht belastet", behauptete Torjäger Lauth, der die Macher dennoch zum Friedensschluss aufrief: "Es sollte nicht so schwer sein, sich zusammenzuraufen."

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