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Der FCA, natürlich: Was titelten die Kollegen so keck: „Augsburg lässt die Puppen tanzen“. Hätte uns eigentlich auch einfallen können. Egal: Acht Spieltage musste der FCA auf einen Sieg warten, nun war es endlich soweit. Die Freude über den 1:0-Sieg in Mainz war überschwänglich, klar (Kostprobe). Kein Wunder, der FCA hatte in den vergangenen Wochen ja auch ziemlich übel einstecken müssen: Schlechtester Aufsteiger aller Zeiten. Unverschämtheit. Die "Jagd" nach dem fabulösen Rekord von Ober-Absteiger Tasmania Berlin kann nun aber vorerst eingestellt werden. Besonders scharf in Mainz war der Mann mit dem tollsten und vielseitigsten Namen der ganzen Bundesliga: Jan-Ingwer Callsen-Bracker. Er netzte vorne ein, als es darauf ankam und hielt zusammen mit Keeper Simon Jentzsch den Laden hinten dicht. Chapeau!
Die unschlagbaren Bayern: Im Sauseschritt machte der FC Bayern die Hertha platt. 13 Minuten, drei Tore und das Spiel war vorbei. Auf der Tribüne war Uli Hoeneß kurz davor, Ferngläser als Kamelle in die Menge zu werfen. Und irgendwie auch zu Recht: In der Liga scheint es derzeit keine Konkurrenz mehr zu geben, die die Bayern ernsthaft in Bedrängnis bringen kann... Gähn! Bundesliga: Highlights 9. Spieltag
Prinz Poldis neue Leichtigkeit: Die Beliebtheit des jecken Poldi schießt in Köln gerade durch die Decke. Kein Wunder: Im Alleingang panierte er Hannover beim 2:0-Sieg genüsslich von allen Seiten. Mit Gefühl einen Freistoß eingezwirbelt, das zweite Tor selbst fein vorbereitet und mit Gewalt vollendet. Sieht man diesen Podolski und denkt an die EM 2012, ist man geneigt zu fragen: Wer ist dieser Schürrle eigentlich? Doch Podolski ist wie Köln: Von himmelhoch jauchzend nach zu Tode betrübt ist es in der vom Boulevard arg geplagten Karnevalshochburg nur ein kleiner Augenblick. Oder eben eine Niederlage des FC. Alles nur eine Frage der Zeit.
Owo, der Schlagerstar: Holladrio! Am Freitagabend noch der gefeierte Star auf dem Rasen, und dann schon auf der Show-Bühne. Patrick Owomoyela hatte seine Dortmunder Borussen am Freitagabend mit seinem Treffer gegen Werder zum Sieg geführt. Nach einer schier unendlichen Zeit der Abwesenheit. Gefühlt zumindest brachte man den Owo zwischenzeitlich schon mit verschollenen Größen wie Zoltan Sebescen oder Thomas Broich zusammen. Von wegen: Der Owo ist noch da. Und wie! Zur Feier des Wochenendes gab er sich dann am Samstag zusammen mit Keeper Roman Weidenfeller die Ehre bei der ARD-Volksmusik-Sendung "Herbstfest der Abenteuer" und überreichte Helene Fischer irgendwelche Pokale für irgendwelche Erfolge. Dabei hätte er sie doch eigentlich verdient. Was sind schon Goldene Schallplatten gegen ein Tor für Borussia Dortmund?
Arnesen, der Unbesiegbare: Der Weg in die Geschichtsbücher ist wie dem FCA auch Frank Arnesen gegönnt. Der Niederländer geht nach dem glücklichen 2:1-Sieg seines HSV als erfolgreichster Trainer in die Annalen des HSV ein. Drei Punkte im Durchschnitt wird wohl kein HSV-Trainer je mehr erreichen. Mit Sicherheit auch nicht Neu-Coach Thorsten Fink, der das Bayern-Gen in den hohen Norden bringen will. Sollte es für den Ex-Bayern nicht laufen, muss er halt wieder gehen - in Hamburg geht das schnell. Dann darf Arnesen vielleicht wieder ran. Wobei, vielleicht verzichtet der Edelmann dann lieber: Er würde schließlich seinen Legenden-Status riskieren.
FLOP
Gebabbelt ist gebabbelt: Hertha-Coach Markus Babbel ist eben doch ein Fuchs. Auf die Frage, wo er denn die Schwäche der Bayern sehe, antwortet der Ex-Verteidiger staubtrocken: "In der Defensive." Klar, wo denn sonst? Irgendwo zwischen Bastian Schweinsteiger und Manuel Neuer vermuten Fußballwissenschaftler ja schon lange diesen ominösen Punkt, den man Schwachstelle nennen könnte. Nach einem Gegentor an neun Spieltagen klingen diese Erklärungen mittlerweile aber irgendwie genauso albern, wie ein Trainer, der vor dem Spiel noch die gegnerische Abwehr disst, dessen Team dann in 90. Minuten aber keinen einzigen Schuss aufs Tor zustande bringt.
Tore und Gladiolen: Sorry, aber wir können es der Hertha nicht ersparen: Auch der zweite Punkt geht auf Kosten des Hauptstadtklubs. Was waren über Christian Lell nicht schon für böse Geschichten geschrieben worden. Völlig unverständlich, denn der Mann hat vorbildliche Manieren! Vor dem Spiel griff der ehemals Rote bei seiner Rückkehr nach München gemeinsam mit Andreas Ottl und Thomas Kraft noch Blumen von den Bayern-Bossen ab. Dafür gab’s anschließend eifrige Unterstützung bei den Offensivbemühungen des Rekordmeisters. Vor soviel Anstand zogen sogar die Bayern-Fans den Hut.
Alptraum in grün: Wir sehen Thomas Schaaf ja vieles nach. Dass unsere Kinder nach diesen unter die Haut gehenden, diabolischen Blicken in der Sportschau am Samstagabend meist nicht schlafen können. Oder, dass er so oft als der Prototyp des fischblütigen Nordlichts durchgeht, obwohl er eigentlich aus Mannheim kommt. Was der Werder-Trainer allerdings gegen Dortmund am Spielfeldrand abzog, ging wirklich auf keine Kuhhaut mehr. Olivebraune Trainingsjacke zu grasgrüner Hose?! Nein, irgendwo ist selbst bei uns Schluss.
DFB-Roulette: Wir wissen gar nicht, was diese künstliche Aufregung in Hannover und Mainz überhaupt soll. Immerhin stehen die Chancen, mit der passiven Abseitsregel zum Erfolg zu kommen, wesentlich besser als etwa beim Roulette. 50:50 - jeder zitterige Zocker würde da vor Freude Schnappatmung bekommen. Dass das wenig mit Fußball zu tun hat, mag sein. Aber wenn das bei der FIFA jemanden interessieren würde, hätten wir auch schon lange Chips in den Bällen.
Du sollst nicht fluchen: Was sagte der Papa früher immer: Sei nett zu deinem Lehrer, denn er sitzt am längeren Hebel. Ein kluger Satz, den man eins zu eins auf so viele Lebenssituationen übertragen kann. Auf den Fußball zum Beispiel. Natürlich kann der Schiedsrichter manchmal ganz schön unfähig, ungerecht und neunmalklug sein. Und natürlich rollen sich einem dabei die Fußnägel auf. Den omnipotenten Herrn über Recht und Unrecht auf und neben dem Platz dann aber in patzigem Tonfall einen Blinden zu nennen? Lieber Gonzalo Castro, das ist trotzdem einfach schwach und gibt zu Recht einen Verwei... äh Platzverweis.