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12. März 2010 11:55 Uhr

Beckenbauer und Mayer-Vorfelder stützen Zwanziger

Frankfurt/Main (dpa) - Franz Beckenbauer und Gerhard Mayer-Vorfelder haben Präsident Theo Zwanziger vor der Präsidiumssitzung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) den Rücken gestärkt.

Beckenbauer und Mayer-Vorfelder stützen Zwanziger
Foto: DPA

«Das kann nicht sein, dass Theo Zwanziger wegen dieser Geschichte zurücktritt. Der Fall Amerell ist es nicht wert, ein solches Amt aufzugeben. Der deutsche Fußball braucht Theo Zwanziger», sagte der «Kaiser» in einem «Bild»-Interview. Ehrenpräsident Mayer- Vorfelder betonte vor Sitzungsbeginn in Frankfurt/Main: «Ich habe vollstes Vertrauen, dass der Präsident die richtigen Entscheidungen treffen wird. Ich denke nicht, dass es um seine Person geht.»

Zwanziger ist wegen seines Krisenmanagements im Schiedsrichter- Skandal um Manfred Amerell in die Kritik geraten und will nun sein Standing bei den Verbandsfunktionären abklopfen. Um kurz vor 11.00 Uhr war Zwanziger in den Sitzungsraum geeilt, das große Medienaufgebot musste vor der DFB-Zentrale in der Otto-Fleck-Schneise 6 warten.

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Der ganze DFB stehe hinter dem 64-Jährigen, erklärte Beckenbauer. Er übte aber auch Kritik an der Vorgehensweise des Verbandes. «Sicher sind auch Fehler gemacht worden. Vielleicht wäre der DFB besser beraten gewesen, diese Angelegenheit gleich dem Staatsanwalt zu übergeben. Aber das kann überhaupt kein Grund für Zwanzigers Rücktritt sein», meinte Beckenbauer. «Völlig ausgeschlossen» sei, dass er Nachfolger von Zwanziger werde. «Nicht eine Sekunde käme ich auf die Idee, DFB-Präsident zu werden», sagte der 64-Jährige. «Ich bin der Meinung, Zwanziger muss die Sache jetzt durchziehen, und der DFB muss auch voll hinter ihm stehen. Da muss er jetzt durch.»

Mayer-Vorfelder erwartete «eine interessante Sitzung, weil es um die Neuordnung des Schiedsrichter-Wesens gehen muss». Der Stuttgarter bildete von 2004 bis 2006 gemeinsam mit Zwanziger die Doppelspitze des größten Sportfachverbandes der Welt. Zwanziger wird seinen 18 Kollegen im Präsidium und von 14.30 Uhr an auch den insgesamt 57 Vorstandsmitgliedern Rede und Antwort darüber stehen müssen, warum der DFB so spät von den gegen Amerell erhobenen Vorwürfen der sexuellen Belästigung erfuhr. Schiedsrichter-Chef Volker Roth hatte die von Bundesliga-Referee Michael Kempter gemachten Aussagen erst einen Monat später weitergeleitet. Amerell bestreitet die Vorwürfe.

Zwanziger befürwortet einen außerordentlichen Bundestag am 30. April, wo Roth vom ehemaligen FIFA-Referee Herbert Fandel abgelöst werden soll. Fandel wird bei der DFB-Präsidiumssitzung sein Zukunftskonzept für das deutsche Schiedsrichterwesen vorstellen, das er gemeinsam mit DFB-Abteilungsleiter Lutz Michael Fröhlich und Hellmut Krug von der Deutschen Fußball Liga erarbeitet hat.

Weil der frühere DFB-Funktionär Amerell Zwanziger eine einseitige Aufklärung vorwirft, hat der Verband angekündigt, ihn wegen übler Nachrede und Verleumdung anzuzeigen. Amerell unterstellt dem DFB- Präsidenten zudem, den Unparteiischen Markus Wingenbach aus seinem Heimatverein VfL Altendiez unrechtmäßig befördert zu haben. Beckenbauer forderte ein Ende des Theaters. «Es muss jetzt Schluss sein mit diesen Nebenkriegs-Schauplätzen und Eitelkeiten. In ein paar Wochen haben wir WM. Das ist viel wichtiger als der Fall Amerell.»

Der DFB hat inzwischen die Anhörungsprotokolle von vier jungen Schiedsrichtern an die Staatsanwaltschaft Augsburg übergeben, wie Oberstaatsanwalt Matthias Nickolai der «Augsburger Allgemeinen» sagte. Dort werde nun geprüft, ob sich in den Niederschriften Hinweise auf Straftaten finden.

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