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22. Dezember 2009 17:10 Uhr

«Club» stellt Hecking als neuen Trainer vor

Nürnberg (dpa) - Mit Dieter Hecking als neuem Trainer will der 1. FC Nürnberg den Absturz in die Zweitklassigkeit verhindern. Bei seiner Vorstellung als Nachfolger des entlassenen Aufstiegs-Coachs Michael Oenning strahlte der ehemalige Trainer von Hannover 96 viel Zuversicht aus.

«Club» stellt Hecking als neuen Trainer vor
Foto: DPA

Und die braucht er auch für seine schwierige Mission beim abstiegsbedrohten Altmeister. «Wir haben 17 Spiele und in die gilt es Feuer und Leben reinzubringen», sagte der 45-Jährige in Nürnberg und gab sich für seinen Job als Feuerwehrmann kämpferisch. Mit dem Ausgang des ambitionierten Unternehmens, den vier Punkte hinter dem Relegationsrang im Keller feststeckenden Club vor dem achten Bundesliga-Abstieg zu retten, entscheidet sich auch Heckings Zukunft: Der bis zum Saisonende gültige Vertrag verlängert sich im Falle des Klassenverbleibs automatisch um ein Jahr.

Als Oenning am Vortag entlassen wurde, war Hecking gerade beim Weihnachtseinkauf in Hannover unterwegs. Danach ging alles ganz schnell. «Wir haben heute verhandelt, sind uns in relativ kurzer Zeit einig geworden», sagte FCN-Präsident Franz Schäfer, der sich selbst bei der Suche nach einem neuen Coach die Weihnachtsfeiertage als Ultimatum gesetzt hatte. «Ich glaube, Dieter Hecking ist ein Trainer, der keine Scheu vor schweren Aufgaben hat.»

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Das kann der 36-fache Bundesliga- und 203-malige Zweitligaspieler Hecking auch nicht sein, denn das Amt bei den zuletzt viermal ohne eigenen Treffer besiegten Franken ist alles andere als leicht. «Ich hätte es mir auch einfacher machen können», meinte Hecking, der die Nürnberger im Oktober bei der 0:4-Pleite in Leverkusen sah. «Das war nicht so doll», erinnerte sich der entspannt wirkende Coach.

Für seine Spieler werden die kommenden Tage weniger locker als zunächst gedacht. Als eine seiner ersten Amtshandlungen verkürzte Hecking die ohnehin kurze Weihnachtspause für seine Profis. Statt am 2. Januar beginnt das Training bereits am 28. Dezember. «Es geht nicht darum, Urlaub zu streichen», betonte Hecking - aber Zeit zu verlieren haben die Nürnberg nicht.

Hecking, der mit den Franken vom 2. bis 9. Januar im türkischen Belek ein Trainingslager abhält, muss sich auch um personelle Maßnahmen im Kader kümmern. Zwei, drei Neue sollen kommen, dagegen zieht es Peer Kluge wohl weg zum FC Schalke. «Wichtig ist, dass man die Stammspieler hält. Es geht aber auch darum, was der Spieler will. Schalke sollte nicht meinen, dass wir etwas zu verschenken haben», betonte der 45-Jährige, der mit Blick auf mögliche Zugänge vor der Rückrunde skeptisch ist. «Sollten wir Zweifel haben, sollten wir die Rückrunde mit denen angehen, die den Aufstieg geschafft haben.» Ohnehin will er «den Charakter der Mannschaft beibehalten»; auch das hatte sich der «Club» für seinen Jugendstil gewünscht.

Nicht um jeden Preis soll der Kader, der vor der Winterpause zu oft nicht den Liga-Ansprüchen genügte, verstärkt werden. Und erst einmal müssen die Nürnberger es ohnehin über den Kampf versuchen - und der ist in erster Linie Willenssache. «Jeder Grashalm muss brennen, wir müssen kratzen und beißen. Es muss unangenehm sein, gegen den Club zu spielen», forderte der Neu-Trainer, der wie Oenning auf Assistent Armin Reutershahn vertraut. Die Familie von Hecking, dem als Trainer mit Alemannia Aachen (2006) und dem VfB Lübeck (2002) zwei Aufstiege in die Bundesliga bzw. 2. Liga gelangen, bleibt in Bad Nenndorf vor den Toren Hannovers wohnen.

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