Donnerstag, 24. April 2014

04. April 2012 22:53 Uhr

Fußball

Hoeneß: Lieber Königsklassen- als Meister-Titel

Das Ziel der «Road to Munich» ist für die Bayern endlich sichtbar, der Traum vom Triple lebt. Im Überschwang des souveränen Halbfinal-Einzugs der Münchner gab Uli Hoeneß gar schon mal einen kleinen Einblick in seine persönliche Trophäen-Rangliste.

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Die Spieler von Bayern München sind auf der «Road to Munich» - dem Weg in Richtung Champions-League-Finale. Foto: Peter Kneffel dpa

«Der Titel in der Champions League wäre mir natürlich lieber als die Meisterschaft», gestand der Präsident, «aber er ist halt schwieriger zu erreichen als die deutsche Meisterschaft. Insofern müssen wir uns weiterhin sehr auf die Meisterschaft konzentrieren, trotzdem die Champions League nicht aus den Augen verlieren.»

Auch Joachim Löw hofft auf einen Coup des Rekordmeisters am 19. Mai. «Für den deutschen Fußball ist es extrem wichtig, dass - wenn ein Champions-League-Finale im eigenen Land stattfindet - man das erreicht», sagte der Fußball-Bundestrainer in München. Für die Bayern-Nationalspieler, «einem Großteil unseres Teams», wäre die Endspiel-Teilnahme ein «Klasseerlebnis». Löw selbst würde es die EM-Vorbereitung aber deutlich erschweren, weil die Bayern-Stars dann neben dem Vorbereitungscamp auf Sardinien (11. bis 18. Mai) auch die erste Phase des zweiten Trainingslagers in Südfrankreich (18. bis 30. Mai) versäumen würden.

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Am Endspielort stimmten die Fans nach dem 2:0 im Rückspiel gegen Marseille schon Feier-Gesänge an. Die Bayern-Stars um den am Mittwoch bis 2016 an den Verein gebundenen Mario Gomez jubelten dagegen vor der Fankurve noch zurückhaltend. «Die Freude ist natürlich groß, aber es wurde heute nicht so gezeigt, weil wir in Marseille schon 2:0 gewonnen hatten», meinte Manuel Neuer inmitten der Münchner Vielspielwochen. Ob die Bayern wirklich bis zum Ende des Spieljahres dabei sind, entscheidet nun der Europapokal-Klassiker mit Real Madrid. Die Basis gegen den früheren Jupp-Heynckes-Club soll am 17. April zu Hause gelegt werden, am 25. April im Bernabéu-Stadion dann das Final-Ticket gebucht werden. An dem Ort, an dem die Münchner im Mai 2010 das Endspiel gegen Inter Mailand verloren. Trainer der Italiener damals: Reals aktueller Coach José Mourinho.

«Spiele gegen Real Madrid sind immer der Höhepunkt der Karriere eines Spielers. Ich habe großen Respekt vor Real, das ist ein toller Verein, wir aber auch», betonte Hoeneß. Zuversicht vor dem Duell mit den Spaniern, die sich am Mittwochabend nach dem 3:0-Hinspielsieg auf Zypern auch zu Hause mit 5:2 gegen APOEL Nikosia durchsetzten, sollte die Bilanz machen: Die in Madrid als «Bestia negra» (schwarze Bestie) gefürchteten Münchnern gingen in 18 Duellen zehnmal als Sieger vom Platz. In vier bisherigen Halbfinal-Duellen kamen die Bayern dreimal weiter - und zumindest nach Ansicht von Diego Maradona werden das die Münchner auch wieder tun. «Der FC Bayern wird Madrid ausschalten», twitterte der einstige Weltstar.

Um die Bilanz wirklich auszubauen müssen die Münchner «natürlich zwei Sahnetage erwischen», wie Neuer vor dem Duell gegen die DFB-Kollegen Sami Khedira und Mesut Özil betonte. «Man freut sich, sie nicht nur in der Nationalmannschaft mal zu sehen, sondern auch gegen sie zu spielen.» Wenn die Bayern aber Defensiv-Lücken wie in der ersten Hälfte gegen Olympique aufweisen, werden Özil, Kaka, Cristiano Ronaldo & Co. Danke sagen. Allein in 30 Liga-Spielen glückten dem Tabellenführer der Primera División 100 Tore. Aber auch die Offensive der Bayern um den am Dienstag herausragenden Franck Ribéry und den geschonten Arjen Robben kann sich sehen lassen. Und jetzt fängt auch noch der gegen Marseille zweifache Torschütze Ivica Olic wie in der Final-Saison 2010 zu treffen an.

«Wir wissen alle, dass Real eine europäische Topmannschaft ist und wir wollen beweisen, dass wir das ebenfalls sind», betonte Toni Kroos. «Das sind die Spiele, zu denen wir hin wollten. Jetzt sind wir da und jetzt werden wir uns da messen müssen.» Wie die ebenfalls mit Gelb vorbelasteten Jerome Boateng, Luiz Gustavo und Thomas Müller handelte er sich keine weitere Verwarnung ein. Neu hinzugekommen in diese Gruppe ist David Alaba. Bei einer Gelben Karte im Hinspiel gegen die «Königlichen» steht eine Zwangspause für das Rückspiel des offiziell mit «Road to Munich» überschriebenen Weges an. Weitere 5,6 Millionen Euro an Prämien würde der Final-Einzug bringen, jetzt haben die Münchner alles in allem schon 50 Millionen in der Königsklassen-Saison verdient.

Erst einmal aber gilt nun alle Konzentration der Bundesliga. Im Programm mit Champions League und dem Liga-Gipfel gegen Dortmund am 11. April wirkt der FC Augsburg am Samstag wie eine Aufgabe, die man im Vorbeigehen erledigen kann. «Vor Augsburg habe ich mehr Angst, weil ich hoffe, dass die Spieler das ernst nehmen werden», betonte Hoeneß. In den «bayerischen Wochen», so Karl-Heinz Rummenigge, seien gute Nerven gefragt. «Und die haben wir, glaube ich», sagte der Vorstandschef. (dpa)

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