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11. März 2010 10:55 Uhr

Werders Dauer-Baustelle: hinten links

Bremen (dpa) - Das Murren war nicht zu überhören. Mit zunehmender Spielzeit wurden die Unmutsäußerungen im Bundesligaspiel gegen den VfB Stuttgart deutlicher, wenn Aymen Abdennour patzte. Der neue Linksverteidiger von Werder Bremen hat bei den Fans eine schweren Stand.

Werders Dauer-Baustelle: hinten links
Foto: DPA

Trotz der lobenden Worte bei seiner Verpflichtung in der Winterpause scheint der 21-jährige Tunesier nicht die Lösung des chronischen Problems: Die linke Außenbahn ist und bleibt eine Dauer- Baustelle beim Bremer Fußball-Bundesligisten.

Erstklassige Linksverteidiger sind rar, nicht umsonst spielt in der Nationalmannschaft der Rechtsfuß Philipp Lahm auf der linken Seite. Auch Werder-Coach Thomas Schaaf und Manager Klaus Allofs suchen seit rund zehn Jahren nach einem starken Linken. Die erste Verpflichtung in Schaafs Amtszeit war der Pole Jacek Chanko, doch der erwies sich wie einige nach ihm als Flop und spielte keine einzige Sekunde in der Bundesliga. Nur unwesentlich erfolgreicher war Stefan Blank, ehe in der Double-Saison 2003/04 ein Rechtsfuß auf links überzeugte: Paul Stalteri.

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In der Folge konnten sich weder Ludovic Magnin durchsetzen noch Christian Schulz. Trotz höchstens mittelmäßiger Leistungen schaffte Schulz immerhin den Sprung in die A-Nationalmannschaft, setzte sich dort aber genau so wenig durch wie bei Werder. 2007 wechselte er nach Hannover, wo er als Manndecker überzeugte, zuletzt aber wegen personeller Probleme als Linksverteidiger aushelfen musste.

Als totaler Fehleinkauf stellte sich in Bremen der 2005 verpflichtete Belgier Jelle van Damme heraus. «Wir müssen bei Transfers ein gewisses Risiko eingehen, nicht immer klappt es», sagte Manager Allofs damals. Sportlich der talentierteste Linksverteidiger war der anschließend gekommene Kameruner Pierre Womé. Doch nach einem guten Jahr sorgten eine langwierige Verletzung und Differenzen außerhalb des Platzes für das Ende der Dienstzeit bei Werder.

Als Talent gilt der aus Schalke geholte Sebastian Boenisch, der allerdings oft noch zu ungestüm spielt. Im Laufe der aktuellen Saison stabilisierte sich die Leistung, doch ein Sicherheitsrisiko blieb die linke Abwehrseite auch mit dem derzeit verletzten Boenisch. Als absoluter Flop entpuppte sich hingegen Dusko Tosic, der die Bremer in der Winterpause vorzeitig verlassen hat.

Also entschloss sich der Bundesligist, Aymen Abdennour zu verpflichten. Stolz hatte Werder auf der vereinseigenen Internetseite vermeldet, dass der Tunesier sich besonders engagiere und sogar bei Minustemperaturen mit kurzen Hosen trainiere. Doch im Ernstfall wirkte der tunesische U21-Nationalspieler bisher überfordert. Die Kritik an ihm nannte der Werder-Coach zwischenzeitlich «fahrlässig und nicht korrekt.» Schaaf verbat sich, den Zugang zum Sündenbock zu stempeln: «Es gibt nicht den einen Schuldigen, die ganze Mannschaft ist gefordert.» Abdennour ist dennoch nur Ersatz bei Werder, wenn der routinierte Petri Pasanen fit ist und links aushelfen kann - auch er ist ein Rechtsfuß.

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