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19. März 2010 16:10 Uhr

Wolfsburg ringt Kasan nieder - bereit für Fulham

Wolfsburg (dpa) - Nach der rauschenden Europapokal-Nacht stieg das Selbstvertrauen ins Unermessliche. Der VfL Wolfsburg fühlt sich nach dem hart erkämpften Viertelfinaleinzug in der Fußball-Europa-League gegen den starken russischen Meister Rubin Kasan gerüstet für den ganz großen Wurf.

Das attraktive Los FC Fulham als kommenden Gegner entfachte die Träume vom Finale am 12. Mai in Hamburg zusätzlich. «Fulham ist ein Gegner, den wir bezwingen können», sagte Nationalspieler Marcel Schäfer zuversichtlich. Schon das hoch verdiente 2:1 nach Verlängerung gegen Kasan im Achtelfinale hatte für riesiges Selbstvertrauen gesorgt.

«Wir sind der deutsche Meister und müssen uns vor niemandem verstecken», tönte Siegtorschütze Christian Gentner. Die sowohl in der Liga als auch in Europa derzeit brillanten «Wölfe» sind fest entschlossen, den aktuellen Lauf von acht Pflichtspielen ohne Niederlage zu nutzen, um eine scheinbar schon verkorkste Saison doch noch zu krönen. «Ein gutes Los. Wir werden alles versuchen, um die nächste Runde zu überstehen», kommentierte VfL-Coach Lorenz-Günther Köstner den kommenden Gegner aus London, der als attraktiv und gleichermaßen sportlich lösbar eingeschätzt wird.

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Auch wenn nur 15 412 Zuschauer in die VW-Arena gekommen waren, ist die Europapokal-Euphorie in Wolfsburg endgültig entfacht. «Jetzt im Viertelfinale der Europa League zu stehen, ist ein Traum», bekannte Torjäger Edin Dzeko. Emotional noch merklich aufgeladen drückte sich Ashkan Dejagah aus: «Das ist einfach geil und fast unglaublich, dass wir das Spiel noch gedreht haben.»

Obwohl der VfL in den ersten 45 Minuten optisch überlegen war, fanden die Gastgeber kaum ein Mittel gegen die defensiv gut organisierten Russen. Die Wolfsburger versuchten, Tempo und Rhythmus zu diktieren, waren in der Offensive aber oft zu einfallslos. Nach der überraschenden Führung Kasans durch Alan Kasajew (21.) stand der VfL nach dem 1:1 im Hinspiel vor einer Herkules-Aufgabe gegen die bärenstarken Tataren.

Köstners überraschende Maßnahme, Ashkan Dejagah im Angriff anstelle von Obafemi Martins aufzubieten, erwies sich zunächst als Fehlgriff. Zwar hatte Dejagah die einzige Wolfsburger Chance vor der Pause (15.), doch ansonsten blieb der ehemalige Berliner blass.

Erst nach dem Wechsel schickte Köstner den Nigerianer Martins aufs Feld. Ohne den immer noch angeschlagenen Torjäger Grafite mühten sich Dzeko und Martins in der Spitze, Dejagah ließ sich ins Mittelfeld zurückfallen - und das Wolfsburger Angriffsspiel wurde intensiver. Dzeko per Kopf (53.) und Dejagah (55.) aus kurzer Distanz verfehlten noch das Gäste-Tor. Weil nach dem 1:1 durch Martins auch Kasan seine Zurückhaltung ablegte, entwickelte sich eine unterhaltsame Partie. Hasan Kabze (56.) schoss über das VfL-Tor, Dzeko scheiterte am Gäste- Schlussmann Sergej Ryschikow (63.). Nun ging es munter hin und her: Hitz war gegen Bucharow zur Stelle (64.); Martins (66.) und Marcel Schäfer (69.) fanden in Ryschikow ihren Meister.

In der Nachspielzeit überschlugen sich die Ereignisse. Zunächst scheiterte Martins am russischen Torwart. Nur wenige Sekunden später hielt Ryschikow auch gegen Zvjezdan Misimovic und Dzeko drückte den Nachschuss über die Linie - doch die schwedischen Unparteiischen wollten zuvor eine Abseitsstellung Dzekos erkannt haben. Mit Qualität und viel Kampf hatte Wolfsburg Rubin dann in der Verlängerung verdient niedergerungen und mit dem Tor von Gentner in der 119. Minute, nach schöner Vorarbeit von Martins, ein drohendes Elfmeterschießen abgewendet. «Das ist für den Verein ein riesiger, einzigartiger Erfolg», sagte Gentner.

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