Donnerstag, 24. April 2014

09. April 2012 21:02 Uhr

Fußball

Der HSV stellt sich auf «fünf heiße Spiele» ein

Beim ruhmreichen Hamburger SV geht das Zittern um den Stammplatz im Fußball-Oberhaus weiter. Durch das 1:1 (1:0) im Heimspiel gegen die kriselnde Elf von Bayer Leverkusen verpassten die Hanseaten die Chance, als große Sieger im Abstiegskampf aus dem Osterwochenende hervorzugehen.

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Trainer Thorsten Fink (M) steht mit dem HSV vor schweren Spielen im Abstiegskampf. Foto: Marcus Brandt dpa

Stattdessen steht der nur zwei Punkte vom Relegationsrang entfernte Dino unter gewaltigem Druck, um auch das 50. Jahr der Bundesliga-Geschichte in der 1. Klasse erleben zu können. «Die Mannschaft hat es begriffen. Wir stellen uns nun auf fünf heiße Spiele ein», sagte Coach Thorsten Fink vor der Partie am Mittwoch bei 1899 Hoffenheim, «auch da müssen wir wieder punkten.»

Allerdings gehen ihm allmählich die personellen Alternativen aus. Am Ostermontag verdrehte sich Slobodan Rajkovic im Training das linke Knie und erlitt eine Innenbandzerrung. Er muss zwei Wochen pausieren. Dies ergab eine Kernspintomographie, wie der HSV am Ostermontag mitteilte. Der Ausfall trifft Fink hart, weil der Routinier als Ersatz für Nationalspieler Dennis Aogo (Gelbsperre) vorgesehen war. Nun muss wohl Mittelfeldakteur Marcell Jansen hinten links aushelfen. Zudem stehen Rechtsverteidiger Dennis Diekmeier und dessen möglicher Vertreter Jacopo Sala (beide Bänderriss) nicht zu Verfügung. Sie vertritt erneut Jeffrey Bruma.

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«Jeder Punkt ist wichtig, aber heute bin ich mit der Ausbeute natürlich nicht zufrieden. Wir haben ein Minimalziel erreicht, mehr nicht», hatte Fink tags zuvor nach dem siebten sieglosen Heimspiel in Serie geklagt. Stürmer Mladen Petric wurde deutlicher: «Ich habe das Gefühl, dass wir eher zwei Punkte haben liegen lassen.»

Denn nach dem siebten Saisontreffer des Kroaten (40./Handelfmeter) hätten die Norddeutschen nachlegen müssen. «Es war kein Pech. Wir haben unser Spiel nicht mehr gemacht und darum gebettelt, dass die ein Tor machen», meinte Kapitän Heiko Westermann. Beim 1:1 durch André Schürrle (55.) war auch der stärke Jaroslav Drobny im HSV-Tor machtlos. Der Tscheche hatte sich trotz eines Bänderanrisses im Daumen zwischen die Pfosten gestellt. Hinzu kam Pech, als Robert Tesche auf der Linie rettete, dabei Westermann anschoss, von dessen Kopf der Ball an die Latte sprang, ehe Schürrle einköpfte.

Und solange die Frage der Liga-Zugehörigkeit ungeklärt ist, sind HSV-Sportchef Frank Arnesen bei Neuverpflichtungen die Hände gebunden. So war Bayer zwar mit Ersatzkeeper René Adler angereist, aber zum Treffen mit dem designierten Drobny-Nachfolger kam es nicht. «Für uns und ihn ist wichtig zu wissen, dass wir in der Bundesliga bleiben», so Arnesen. Mit der Personalie werde es noch etwas dauern.

Die Rochade auf Bayers Bank brachte dagegen im Spiel eins nach der Trennung von Robin Dutt zumindest einen Teilerfolg. Zum Einstand des neuen Trainerduos Sami Hyypiä/Sascha Lewandowski stoppte die Werkself nach zuvor fünf Pflichtspiel-Pleiten den freien Fall. «Wir sind aus einer schlimmen Niederlagenserie gekommen, da ist ein Punkt beim HSV ein gutes Ergebnis», befand Sportdirektor Rudi Völler. «Das Team hat zwar nicht den Fußball gezeigt, den wir uns vorstellen, aber von der Power war das in Ordnung», stellte Lewandowski fest.

Bayer rückte auf den zur Europa-League-Teilnahme berechtigenden Rang sechs vor, hat aber die Verfolger Bremen und Hannover im Nacken. Gegen Beinahe-Absteiger Kaiserslautern müsse ein Sieg her, forderte Michael Ballack. «Wir haben hervorragende Fußballer in unseren Reihen, das müssen wir wieder auf den Platz kriegen», ergänzte der Ex-Nationalteamkapitän, der nach gut zweimonatiger Verletzungspause unter dem neuen Trainer-Gespann prompt ein Comeback feierte. Bis zur Auswechslung (65.) blieb Ballack jedoch blass - laut einem Bericht im WDR-Fernsehen war er sogar der langsamste Spieler auf dem Platz. (dpa)

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