Freitag, 31. Oktober 2014

18. November 2012 11:38 Uhr

Fußball

Für Augsburg und Weinzierl wird es eng

Armin Veh gab alles, um seinen Heimatclub wieder aufzubauen. «Augsburg hat nie aufgegeben. Diese Mannschaft ist intakt», sagte der Trainer von Eintracht Frankfurt über jenen Verein, bei dem er einst im Alter von sechs Jahren mit dem Fußballspielen begann.

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Augsburgs Trainer Markus Weinzierl steht mit seinem Team am Tabellenende. Foto: Arne Dedert dpa

Doch nach dem 2:4 (1:2) in Frankfurt ändert auch die Fürsprache des ehemaligen Spielers und Trainers nichts daran, dass es beim FC Augsburg für alle Beteiligten immer enger wird. Die in dieser Form kaum bundesliga-taugliche Mannschaft droht nach der vierten Niederlage in Serie den Anschluss an Platz 15 zu verlieren. Und auch Trainer Markus Weinzierl muss wohl ernsthaft um seinen Job bangen.

Für all das, was auf dem Platz passiere, trage der Coach die Verantwortung, sagte Manager Jürgen Rollmann. «Er hat den Kader geplant und arbeitet jeden Tag mit den Spielern.» Der wortgewandte Sportchef, erst im Oktober zum Tabellenletzten gekommen, legte am Samstag einen bemerkenswerten rhetorischen Slalomlauf hin, bei dem er den Trainer vordergründig zu stützen versuchte, aber gleichzeitig jede Gelegenheit nutzte, um sich von ihm abzusetzen.

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«Ja», sagte Rollmann auf die Frage, ob die Mannschaft stark genug sei, um die Klasse zu halten. «Richtig», antwortete er jenen, die wissen wollten, ob Weinzierl noch das Vertrauen des Vereins genieße. Allzu sicher sollte sich der Coach da aber nicht mehr sein, denn nur wenige Sätze später betonte sein Manager: «Fragen über Neuzugänge, die vor meiner Zeit gekommen sind, müssen sie dem Trainer stellen.»

Weinzierl selbst wollte sich zu Fragen nach seiner Zukunft nicht äußern. «Das ist nicht meine Aufgabe», sagte er und rührte ansonsten zusammen mit seinen Spielern in einem Cocktail aus Durchhalteparolen und Ablenkungsmanövern herum, wie er bei Krisenclubs so häufig serviert wird. Der Schiedsrichter habe vor dem 4:2 durch Alexander Meier keinen Handelfmeter geben müssen, kritisierte der 37-Jährige. Stürmer Sascha Mölders meinte trotzig: «Wir kämpfen jede Woche bis zur letzten Sekunde. Irgendwann werden wir dafür belohnt.»

Solche Phrasen ließ Manager Rollmann seinen Spielern allerdings nicht durchgehen. «Schallplatte an, Wiederholungstaste gedrückt», sagte er zu dem ewigen Lamento, dass der FCA ja eigentlich viel besser spiele, als es der Tabellenplatz ausdrückt. Und so kündigte der 46-Jährige für die Winterpause Verstärkungen an («Wir beobachten den Markt») und erinnerte ansonsten an den Verlauf der vergangenen Saison. Da war der Verein nach zwölf Spielen ebenfalls mit nur einem Sieg Tabellenletzter und schaffte den Klassenerhalt am Ende trotzdem.

Doch um einen solchen Kraftakt erneut zu schaffen, müssen sich die Augsburger gewaltig steigern. «Die Tabelle lügt nicht. Das nächste Spiel gegen Gladbach ist von immenser Wichtigkeit», sagte Sebastian Langkamp. Der jüngste Gegner aus Frankfurt hatte zuvor nur eines von fünf Spielen gewonnen, aber mit seiner ganzen Harmlosigkeit vorne und den großen Lücken hinten war der FCA der ideale Aufbaugegner.

Mölders' Eigentor (7.) sowie die Treffer von Stefan Aigner (32.) und Alexander Meier (52./75.) waren eigentlich eine viel zu geringe Ausbeute für die klar überlegene Eintracht. Die Augsburger Tore durch Ja-Cheol Koo (45.) und Mölders (64.) fielen dagegen wie aus dem Nichts. Immerhin gab Weinzierl die Komplimente von Veh artig zurück. «Wir haben gegen eine sehr starke Frankfurter Mannschaft verloren», sagte er. «Die steht völlig zurecht auf Platz drei.» (dpa)

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