Englands Fußball in der Krise. Fabio Capello tritt als Nationaltrainer zurück. Auslöser ist ein Streit um Kapitän John Terry.

Vier Monate vor der Fußball-Europameisterschaft, müssen sich die Verantwortlichen nach einem neuen Trainer für die englische Nationalmannschaft umsehen. Wie der englische Verband FA am bestätigte, legte Fabio Capello seinen Posten als Coach der Three Lions am Mittwochnieder. Der Schritt erfolgte nach einem Krisentreffen des Italieners mit dem FA-Präsidenten David Bernstein und -Generalsekretär Alex Horne.
Grund des Rücktritts ist offenbar ein Streit um den Umgang mit Abwehrspieler John Terry. Nach einer angeblichen rassistischen Beleidigung eines Gegenspielers wurde dem Spielführer von Chelsea London vom Verband die englische Kapitänsbinde abgenommen. Außerdem muss sich Terry vor Gericht verantworten. Er bestreitet allerdings die Vorwürfe. "Sie haben mich beleidigt und meine Autorität beschädigt", wurde daraufhin Capello in italienischen Medien zitiert. Er hatte sich bis zuletzt vor Terry gestellt.
In der Mitteilung am Mittwochabend kündigte der Verband eine Pressekonferenz für Donnerstag (13 Uhr) an. Capello war seit 2007 für die Nationalmannschaft verantwortlich und hatte sie 2010 zur WM-Endrunde geführt. England ist auch für die EM in diesem Sommer qualifiziert. "Ich möchte betonen, dass sich Fabio während dieses Treffens heute und während der ganzen Zeit als Englands Trainer sehr professionell verhalten hat", sagte FA-Präsident David Bernstein
Capellos Haltung hatte unterschiedliche Reaktionen im englischen Fußball ausgelöst. Der Trainer von Manchester United, Sir Alex Ferguson, hatte sich in der Debatte auf die Seite des Italieners geschlagen. "Ohne Zweifel ist die wichtigste Person in einem Fußballverein der Trainer", so der Schotte. Der Chef der Spielergewerkschaft, Gordon Taylor, hatte hingegen wenig Verständnis für Capellos Ansichten gezeigt. "Ich weiß nicht, zu welchem Zweck das dient."
Als Nachfolger Capellos wird nun Harry Redknapp gehandelt. Der Trainer der Tottenham Hotspurs wurde am Mittwoch in London vom Vorwurf der Steuerhinterziehung freigesprochen und gilt als Favorit der FA-Spitze.
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