Montag, 23. Oktober 2017

18. Juni 2017 13:53 Uhr

Wechselgedanken

Ronaldo und die Milliarden-Frage

Für eine Milliarde Euro ist Cristiano Ronaldo definitiv zu haben. So hoch ist zumindest seine festgeschriebene Ablösesumme. Auf rund 400 Millionen Euro wird derzeit ein Transfer taxiert. Doch will der Weltfußballer überhaupt wechseln - und wenn ja, wohin?

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Für eine Milliarde Euro ist Cristiano Ronaldo definitiv zu haben.
Foto: Filipe Amorim (dpa)

Nur wenige Tage nach dem angeblichen Wechselwunsch von Cristiano Ronaldo wird europaweit wild über ein mögliches Transferziel des Weltfußballers spekuliert.

Der englische «Telegraph» sieht Inter Mailand als möglichen Käufer für den 32 Jahre alten Superstar aus Portugal. In Spanien wird vermutet, dass der gewiefte Berater Jorge Mendes im Paket mit seinem Top-Klienten direkt auch James Rodriguez bei Manchester United unterbringen will. Und in Italien wird schon die Wahrscheinlichkeit für eine Wiedervereinigung von Ronaldo mit seinem Ex-Coach Carlo Ancelotti beim FC Bayern errechnet.

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Die wichtigsten Antworten rund um die Steueraffäre und die Wechselgedanken des teuersten Fußballer dieser Zeit.

Wie realistisch ist ein Wechsel?

Es gibt zwei Lesarten der vermeintlichen Abwanderungsgedanken, die portugiesische und spanische Zeitungen verbreitet haben. Die erste und von vielen Beobachtern geteilte Einschätzung: Ronaldo ist ernsthaft erzürnt über die Ermittlungen gegen ihn und will seine Wahlheimat deshalb verlassen. Er weiß auch: Bei einem Verein wie Paris St. Germain bräuchte er nicht weniger zu verdienen als die rund 50 Millionen Euro brutto, die ihm Real pro Jahr überweist.

Oder aber: Ronaldo und sein einflussreicher Berater Mendes drängen Real geschickt, ihn in der Steueraffäre noch mehr zu unterstützen. Einem Bericht Madrider Sportzeitung «Marca» zufolge riefen bereits sowohl Real-Trainer Zinedine Zidane als auch Kapitän Sergio Ramos aus ihrem Urlaub heraus bei Ronaldo an, um ihn zum Bleiben zu bewegen.

Wie teuer wäre eine Verpflichtung Ronaldos?

In Ronaldos Vertrag, der noch bis 2021 läuft, ist eine astronomische Summe als feste Ablöse festgeschrieben: Eine Milliarde Euro. Die Madrider Sportzeitung «Marca» rechnete jedoch vor, dass ein möglicher Transfer realistischerweise 400 Millionen Euro im Gesamtpaket kosten würde. Für 200 Millionen wäre Real demnach bereit, seinen Rekordtorschützen ziehen zu lassen. Noch einmal rund 200 Millionen würde es kosten, um Ronaldos Gehaltsvorstellungen für einen Vierjahresvertrag zu erfüllen. Aktuell verdient er ein Bruttogehalt von rund 50 Millionen Euro pro Jahr bei seinem Verein.

Welcher Club könnte sich Ronaldo leisten?

Als einzige Vereine, die für Ronaldo ein realistisches Ziel darstellen könnten, gelten Paris St. Germain und sein früherer Club Manchester United. Ein Wechsel nach China dürfte für ihn bei seinen großen sportlichen Ambitionen nicht in Frage kommen. Der AC Mailand gehört neuerdings chinesischen Investoren, unterhält auch beste Beziehungen zu Ronaldo-Berater Mendes, winkte bei den aktuell gehandelten Summen aber bereits ab. «Wir sind jederzeit bereit, mit Real-Präsident Florentino Perez über Ronaldo zu sprechen», sagte Milans Sportdirektor Massimiliano Mirabelli am Wochenende. «Aber nicht zu dem Preis von 400 Millionen Euro.»

Und der FC Bayern?

Zwar hatte Uli Hoeneß bei der Meisterfeier darüber gesprochen, dass nur «Granaten» den Kader verstärken würden. Natürlich wäre Ronaldo zweifelsohne eine solche. Aber verrückte Sachen hatten die Bayern-Bosse in der Vergangenheit immer wieder ausgeschlossen - auch vor Wochen auf dem Rathausbalkon. Für einen Spieler werde man nicht 100 Millionen an Transferausgaben haben, sagte der Präsident. «Aber das Gesamtkonzept kann natürlich mal viel sein.» Die «Gazzetta dello Sport» sorgte am Sonntag mit einer Spielerei für Aufsehen, in dem sie die Münchner als potenziellen Anwärter auf Ronaldo nannten. Die Zeitung weist aber auch selbst darauf hin, dass dieser das Gehaltsgefüge der Bayern sprengen würde. Das wollen die Münchner Bosse auf keinen Fall.

Wie reagieren Portugals Trainer und seine Teamkollegen beim Confederations Cup?

Vor Anpfiff des Auftaktspiels des Europameisters gegen Mexiko am Sonntag in Kasan nutzte Coach Fernando Santos die wiederkehrenden Journalisten-Fragen für eine vehemente Verteidigungsrede. «Ich lege meine Hand für ihn ins Feuer, für seine Integrität als Mann und als Athlet», beschwor der Europameistertrainer. «Ich würde alles für ihn tun, ich vertraue ihm zu hundert Prozent.» Auch Torwart Rui Patricio bekräftigte, Ronaldo sei «zu hundert Prozent» konzentriert. «Er wird einen großartigen Confed Cup spielen und dem Team helfen.»

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