Das Finale des Afrika-Cup war an Dramatik nicht zu überbieten. Erst scheitert Didier Drogba in der regulären Spielzeit vom Punkt, dann folgt der Showdown im Elfmeterschießen.

Wer vor dem Afrika-Cup auf Sambia als Gewinner gesetzt hätte, würde jetzt wohl viel Geld bekommen. Das Land aus dem Süden Afrikas ging als krasser Außenseiter in das Turnier der besten Mannschaften des Kontinents. Der Sieg nach Elfmeterschießen gegen die Elfenbeinküste (8:7) ist vergleichbar mit dem Titelgewinn der Griechen bei der EM 2004.
Die Mannschaft des französischen Trainers Herve Renard startete in Gabuns Hauptstadt Libreville aber keineswegs im Stile eines Außenseiters. Das Team machte von Anfang an deutlich, den großen Favoriten um Didier Drogba schlagen zu wollen. Da die Elfenbeinküste die Kampfansage annahm entwickelte sich ein Spiel, das nicht hätte 0:0 ausgehen müssen.
Sambia hätte schon nach zwei Minuten durch Nathan Sinkala in Führung gehen können. Doch Keeper Boubacar Barry parierte den Schuss des Bruders von FCA-Profi Andrew Sinkala mit einer sensationellen Parade. Andrew Sinkala hatte schon vor dem Spiel gesagt, dass er unglaublich stolz auf seinen 21-Jährigen Bruder ist und ihm auch bei einem Wechsel nach Deutschland helfen würde. Andrew Sinkala selbst kommt derzeit nicht über ein Reservistendasein beim FC Augsburg hinaus.
Yaya Toure hatte Mitte der ersten Halbzeit die Chance, die Elfenbeinküste in Führung zu bringen. Doch nach der hacken-Vorarbeit von Drogba fehlte es seinem Abschluss an Präzision. Die größte Möglichkeit, seine Mannschaft in Führung zu bringen hatte Drogba selbst. Nach einem Foul an Gervinho trat der Stürmer vom FC Chelsea zum Elfmeter an (70.) Doch dem 33-Jährigen versagten die Nerven und er jagte den Ball über das Tor.
Auch in der Verlängerung hatten beide Mannschaften noch Möglichkeiten, das Elfmeterschießen abzuwenden. Es gelang ihnen nicht. Was folgte, war ein Elfmeterschießen, wie man es selten gesehen hat. Zuerst verwandelten die ersten fünf Schützen beider Mannschaften. Darunter auch Drogba, der nun seine Nerven im Griff hatte.
Als sechster Schütze für Sambia traf Sinkala. Im Anschluss daran brachte der eingewechselte Didier Ya Konan von Hannover 96 die Elfenbeinküste wieder in Führung. Mit Kolo Toure scheiterte erst der achte Schütze der Ivorer. Doch Rainford Kalaba schaffte es nicht, den Sack zuzumachen und verschoss ebenfalls. Im Anschluss machte es wiederum Gervinho nicht besser für die Ivorer. Nun war es an Stophira Sunzu, den historischen Erfolg Sambias perfekt zu machen. Und der schaffte es. Sambia hat erstmals den Africa-Cup gewonnen. (time)
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