Sonntag, 20. April 2014

12. Juni 2013 14:23 Uhr

Fußball

Spanien reist mit Titelambitionen zum Confed-Cup

Spanien hat seine Titelambitionen beim Confederations Cup angemeldet. Der Fußballweltmeister hinterließ in seinem letzten Test vor dem Turnier in Brasilien (15. bis 30. Juni) einen starken Eindruck und bezwang Irland in New York mit 2:0.

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Juan Mata (l) kam gegen Irland mit Paul McShane zu einem Treffer.
Foto: Jason Szenes (dpa)

«Wir kommen in guter Form nach Brasilien», stellte Nationaltrainer Vicente del Bosque nach der gelungenen Generalprobe erleichtert fest. «Wir vertrauen auf unsere Stärke. Aber wir haben auch Achtung vor den Rivalen.»

In Südafrika hatten die Spanier den Confederations Cup vor vier Jahren zu Experimenten und zur Akklimatisierung genutzt und waren im Halbfinale am Außenseiter USA gescheitert. In Brasilien soll das anders werden: Der Welt- und Europameister will den Titel, denn der Confederations Cup fehlt den Spaniern noch in ihrer Sammlung. Del Bosque wird in Brasilien nicht experimentieren, sondern auf seine bewährten Kräfte setzen.

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Dies zeigte sich im letzten Test gegen Irland. Die Spanier traten in New York in der umfunktionierten Baseball-Arena des Yankee Stadiums fast mit derselben Elf an, die vor gut einem Jahr Italien im EM-Finale in Kiew mit 4:0 abgefertigt hatte. Im spanischen Startteam standen gleich acht Profis des Meisters FC Barcelona. Sie ließen den Ball in bester Barça-Manier zirkulieren, vergaben aber mehrere Torchancen.

Das Bild änderte sich nach der Pause. Nach der Einwechselung von Angreifern wie Jesús Navas oder Roberto Soldado bewiesen die Spanier, dass sie neben dem Barça-Kurzpass-Spiel auch die Taktik der Steilpässe beherrschen. Nun fielen auch die Treffer durch Soldado (69. Minute) und Juan Mata (88.). «Der Plan B funktioniert», stellte das Sportblatt «Marca» fest. Del Bosque zog die Bilanz: «Wir haben ein gutes Spiel gezeigt, wir waren klar überlegen, aber wir hätten mehr Tore schießen müssen.»

Der Trainer muss zum Confederations Cup allerdings noch schwere Entscheidungen treffen. Völlig offen ist die Frage: Wer wird bei den Spaniern im Tor stehen? Iker Casillas war jahrelang der Kapitän und unumstrittene Stammtorhüter gewesen, bis er sich im Januar einen Handknochen brach. Trainer José Mourinho verbannte ihn bei Real Madrid nach der Genesung auf die Ersatzbank, so dass Casillas ohne jede Spielpraxis zur Nationalmannschaft stieß.

Man hielt es daher für wahrscheinlich, dass der Barça-Keeper Víctor Valdés in Brasilien den Vorzug erhalten würde. Dies scheint nun aber wieder fraglich zu sein. Im Test gegen Irland verhinderte der nach einer Stunde eingewechselte Casillas mit zwei Glanzparaden Gegentreffer der Iren. «Der 'heilige Iker' bewies, dass er nach wie vor über die Fähigkeit verfügt, Wunder zu vollbringen», meinte «Marca».

Unklar ist auch, wer den kürzlich in München operierten Xabi Alonso im defensiven Mittelfeld ersetzen soll. Ein Kandidat wäre Javier Martínez vom FC Bayern München. Del Bosque scheint jedoch einer anderen Variante den Vorzug zu geben, die unter der Formel «Busquets und die vier Kurzen» zusammengefasst wird: Gegen Irland spielte Sergio Busquets allein im defensiven Mittelfeld, davor agierte eine Viererreihe mit den kleingewachsenen Xavi, Andrés Iniesta, David Silva und Pedro.

Die Qual der Wahl hat Del Bosque auch bei der Besetzung der Sturmspitze. Die besten Chancen hatten bisher Fernando Torres und David Villa. Beide konnten in den Testspielen gegen Haiti und Irland jedoch keinen Treffer erzielen. Die beste Ausbeute kann der - bislang als Außenseiter eingestufte - Stürmer Soldado vorweisen: Der Angreifer des FC Valencia brachte es auf ein Tor und zwei Pfostentreffer. «Wir haben einen ausgezeichneten Kader, da fällt es schwer, die Besten auszuwählen», räumte Del Bosque ein. (dpa)

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