(ses). Die Zeiten, in denen der Golfsport als elitär und schier unbezahlbar galt, sind vorbei. In Deutschland erlebt die Sportart derzeit einen fulminanten Aufschwung. Die Zahl derer, die sich mit Holz und Eisen auf den Platz begeben, hat sich zwischen 1995 und 2005 verdoppelt. 2005 zählte der Deutsche Golf-Verband (DGV) sogar mehr als eine halbe Million Akteure.
Deutschland hat bereits einen Golf-Boom hinter sich. Dieser fand zwischen 1994 und 1997 statt. Damals allerdings ahnte kaum jemand, dass Golf eines Tages den Sprung zum Breitensport schaffen könnte. Als gegen Ende der neunziger Jahre der Markt abflachte und die Kundschaft die hohen - bis dato üblichen - Beitragssummen nicht mehr bezahlte, erforderte das von den Betreibern neue Wege.
Schnupperkurse, Club-Mitgliedschaften auf Probe, keine Aufnahmegebühren mehr - all das führte dazu, dass auch weniger Betuchte den Sport für sich entdeckten. Ähnlich wie bei den Tennisclubs in den Achtzigern wandelt sich das Profil der Golfclubs mehr und mehr. Vorbei sind die Zeiten, als Golf als teurer Zeitvertreib der Besserverdiener angesehen wurde.
Seit Jahren hält sich der Deutsche Golf-Verband (DGV) konsequent unter den zulaufstärksten Sportarten im Deutschen Sportbund. Die wirtschaftlichen Trends und Stimmungen der vergangenen Jahre haben Initiatoren und Investoren viel Mut und Weitsicht abverlangt. Das Interesse an neuen Golfplatz-Projekten lässt positiv in die Zukunft blicken: Zehn neue Golfplätze sind im vergangenen Jahr in Deutschland hinzugekommen (2004 waren es sieben), siebzehn neue Clubs haben sich gebildet (21 in 2004).
Den nationalen Vergleich der Landesgolfverbände führt weiterhin Bayern an: 114.093 Golfer drehen dort regelmäßig ihre Runden. Nordrhein-Westfalen folgt aber dicht dahinter mit 109.701 registrierten Golfern vor Baden-Württemberg (60.655).
Die Voraussetzungen für Golf als Breitensport sind ideal. Nicht der Leistungssport steht im Mittelpunkt, sondern die regelmäßige Belastung des Körpers. Außerdem fördert der Golfsport die Konzentration, Psyche und Koordination. Doch Achtung! Die sportliche Leistung darf nicht unterschätzt werden.
Ein kleiner Überblick: Eine Runde, also ein Tag auf einem 18-Loch-Kurs, zieht sich auf bis zu zehn Kilometern, die der Golfer zu Fuß unterwegs ist. Dabei verbraucht er bis zu 1200 Kalorien und senkt seinen Cholesterinspiegel um rund 15 Prozent. Bei jedem Schwung werden zudem 124 der 432 Muskeln des menschlichen Körpers beansprucht. Golf ist also ein Sport für jede Altersgruppe, denn keine andere Disziplin lässt sich wohl so individuell auf die jeweiligen Bedürfnisse anpassen.
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