Dienstag, 24. Oktober 2017

16. September 2016 14:17 Uhr

Trotz Doping-Anschuldigungen

FIFA-Chef Infantino hält zu Mutko

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Gianni Infantino steht zum russischen Sportminister.
Foto: Walter Bieri (dpa)

Zürich (dpa) - Ungeachtet der schwerwiegenden Vorwürfe im Zuge der Staatsdoping-Affäre will FIFA-Präsident Gianni Infantino nicht vom höchst umstrittenen russischen Sportminister Witali Mutko abrücken.

«Ich arbeite mit den Leuten zusammen, die rechtmäßig gewählt worden sind», sagte Infantino in einem Interview der Nachrichtenagentur AP. Es sei nicht seine Aufgabe, über den Bericht von Richard McLaren, dem Chefermittler der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA, zu urteilen. Sollte McLaren Beweise haben, werde sich die Ethikkommission darum kümmern. «Solange dies nicht geschieht, werde ich mich nicht an Spekulationen beteiligen», ergänzte Infantino, der selbst wegen seiner Amtsführung in die Kritik geraten war.

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Im Untersuchungsbericht von McLaren zum scheinbaren Staatsdoping-System in Russland wird Mutko mehrmals namentlich erwähnt. Unter anderem soll er die Vertuschung einer Dopingprobe von mindestens einem Fußballer in der russischen Premier League veranlasst haben. Insgesamt elf positive Dopingproben im russischen Fußball sind laut des McLaren-Reports verschwunden.

Vom Internationalen Olympischen Komitee war Mutko bei den Sommerspielen in Rio ausgeschlossen worden. Infantino zeigt sich davon unbeeindruckt. Mutko leiste exzellente Arbeit, betonte der Schweizer. «Für mich und für uns ist es sicher sehr gut, mit ihm weiterzuarbeiten.»

Entsprechend stellt Infantino auch nicht den Confederations Cup 2017 oder die Fußball-WM 2018 in Russland infrage. McLaren hatte in seinem Bericht Zweifel erhoben, sportliche Großereignisse in Russland auszutragen. «Wir sollten dies eher als Chance sehen und nicht versuchen, negativ zu sein», sagte der Nachfolger von Joseph Blatter. (dpa)

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FIFA | Russland | Zürich | Rio | Joseph Blatter

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