Mittwoch, 26. November 2014

10. Juli 2013 20:14 Uhr

Turnen

Hambüchen patzt am Reck - Jubel über starken Mehrkampf

Dem Jubel folgte die Ernüchterung. Fabian Hambüchen hat nach einem großartigen Mehrkampf bei der Universiade in Kasan die Krönung am Reck verpasst.

i
Fabian Hambüchen erkämpft sich bei der Universiade Mehrkampf-Silber.

Nach zuvor zwei Silbermedaillen stürzte der Hesse als Mitfavorit beim Kolman-Salto von seinem Lieblingsgerät und büßte alle Chancen auf seinen ersten Titel bei den Weltspielen der Studenten ein. Nur Platz acht mit 14,30 Punkten war nach dem besten Vorkampfwert (15,50) die Konsequenz.

Noch am Abend zuvor hatte Hambüchen gemeinsam mit seinem besten Freund Fabian Lotz den Triumph in vollen Zügen genossen. Bei schwülwarmen Temperaturen von fast 40 Grad im Gymnastic Center der tatarischen Hauptstadt gelang dem deutschen Turnstar bei seinem ersten internationalen Mehrkampf-Auftritt als Student der Sporthochschule Köln die Silbermedaille gegen erstklassige Konkurrenz. Am Mittwoch fügte Hambüchen seiner Bilanz in Russland noch Silber im Bodenfinale hinzu.

ANZEIGE

«Der Wettkampf war megageil. Es hat heute von Anfang an gepasst. Am Pferd bin ich drauf geblieben und dann lief es von Gerät zu Gerät besser», sagte Hambüchen glückstrahlend angesichts seiner grandiosen Aufholjagd im Mehrkampf-Finale. Nach seiner Übung am ungeliebten Startgerät Pauschenpferd hatte er noch auf Rang 20 gelegen. «Dabei war ich sogar ein wenig müde, nachdem wir tags zuvor in der Qualifikation in nur eineinhalb Stunden durch den Wettkampf gehetzt wurden», gestand der 25 Jahre alte Reckspezialist, der nach seinem Auftritt im Reckfinale allerdings nicht viel Grund zum Jubel hatte, trotzdem aber eine positive Bilanz der Tage in Kasan zog.

Im Mehrkampf-Finale war er ohne Fehler auf glänzende 89,85 Punkte gekommen und hatte nur dem Russen Nikolai Kuksenkow (89,95) knapp den Vortritt lassen müssen. Europameister David Beljawski aus Russland (89,60) hielt der Hesse bei dessen Heimspiel vor 3200 Zuschauern in Schach und sammelte weiteres Selbstbewusstsein für den Mehrkampf bei den Weltmeisterschaften Anfang Oktober in Antwerpen. Andreas Bretschneider aus Chemnitz arbeitete sich von Platz 22 in der Qualifikation auf Rang acht in der Endabrechnung vor.

Betreut wurde Hambüchen während seines ersten internationalen Mehrkampfes seit dem verpatzten Olympia-Auftritt mit Rang 15 in London von seinem Schulfreund Fabian Lotz. Dieser hatte sich über die Hochschulmeisterschaften gleichfalls für die Weltspiele der Studenten qualifiziert und coachte ihn nun im Mehrkampffinale. «Bei der Universiade ist mit Sven Kwiatkowski nur ein Trainer dabei, und der hat sich natürlich um Andy Bretschneider gekümmert. So hat Fabian Lotz diese Aufgaben übernommen und das super gemacht», lobte Hambüchen seinen Bundesliga-Teamgefährten von der KTV Obere Lahn.

Neben den beiden Silberplaketten des deutschen Vorturners sorgten die Frauen für weitere drei Bronzemedaillen. Lisa-Katharina Hill aus Stuttgart sicherte sich am Mittwoch im Finale am Stufenbarren ebenso den dritten Platz wie zuvor im Team-Wettkampf. Kim Bui hatte tags zuvor mit Bronze im Mehrkampf gleichfalls überzeugt. (dpa)

i

Artikel kommentieren



 

Die Torschützenkönige der Bundesliga

Der Spielplan zum Herunterladen

Die Augsburger Viererkette