Millionen-Gagen, mehrere Meisterschafts-Anwärter und das ewige Thema Doping: Die Major League Baseball (MLB) liefert zum Saisonstart am Mittwoch wieder reichlich Gesprächsstoff.

Da ist zum einen die Frage nach den Favoriten. Neben Titelverteidiger St. Louis Cardinals zählen sich gleich fünf Teams (New York Yankees, Anaheim Angels, Detroit Tigers, San Francisco Giants, Texas Rangers) zum engsten Kreis der Titelkandidaten und haben sich diesen Status viel kosten lassen.
Die US-Wirtschaft schwächelt zwar nach wie vor, die Arbeitslosenquote ist mit 8,3 Prozent immer noch höher als der Durchschnitt von 5,7 zwischen 1948 und 2010, aber die Kassen der Club-Besitzer in der MLB sind so gut gefüllt wie nie zuvor. Innerhalb von vier Monaten erhielten drei First Basemen Verträge jenseits der magischen 200 Millionen Dollar-Marke. Bislang hatten lediglich die New York Yankees Third Baseman Alex Rodriguez 2007 über zehn Jahre für 277 Millionen Dollar an sich gebunden.
Jetzt zahlt Anaheim Albert Pujols in zehn Jahren mindestens 240 Millionen Dollar - dank spezieller Klauseln kann der Star aus der Dominikanischen Republik sogar noch einige Millionen mehr einstreichen. Joey Votto verlängerte bei den Cincinnati Reds für 225 Millionen Dollar vorzeitig bis 2023. Und die Detroit Tigers sicherten sich für 214 Millionen Dollar bis 2021 die Dienste von Prince Fielder. Zudem erwähnenswert: Pitcher Matt Cain unterschrieb bei den San Francisco Giants einen neuen Fünf-Jahres-Vertrag über 112,5 Millionen Dollar. «Das ist viel Geld, aber wir wollen gewinnen», meint Giants-Manager Bruce Bochy lapidar.
Als Gewinn feierte die Liga im November den neuen Arbeitstarifvertrag. Darin hatten sich Vereine und Spieler erstmals auf Bluttests zur Untersuchung des Wachstumshormons HGH geeinigt. Liga-Chef Bud Selig sprach von einer Angelegenheit, die ihm sehr am Herzen liege. In den 90er-Jahren und Anfang dieses Jahrtausends galt die MLB als Doper-Liga. Aufgepumpte Akteure wie Sammy Sosa, Mark McGwire oder Barry Bonds lieferten sich von den Fans umjubelte Duelle um die meisten Homeruns. Der im Dezember 2007 veröffentlichte Mitchell-Report brachte die Dopingvergehen zahlreicher Spieler und Verantwortlicher dann offiziell ans Tageslicht.
Heute brüstet sich Selig stolz mit dem «stärksten Doping-Test-Programm Amerikas.» Spieler und Vereine hätten eingesehen, dass es der richtige Weg sei, die Tests einzuführen, so Selig. Allerdings wirft der Fall von Ryan Braun (Milwaukee Brewers) Fragen auf, wie ernst es die Liga tatsächlich mit ihrem Dopingkampf meint.
Beim «wertvollsten Spieler» (MVP) der National League wurde im Oktober ein stark erhöhter Testosteronwert festgestellt und der Outfielder daraufhin für 50 Spiele gesperrt. Braun zeigte sich verwundert, legte Widerspruch ein und bekam Recht. Begründung: Seine an einem Samstag abgenommene Probe sei erst zwei Tage später ins Labor gebracht und in der Zwischenzeit nicht ordnungsgemäß gelagert worden. Der Mann, der Brauns Test entgegennahm, versicherte indes mehrfach, dass er die Probe gemäß der Vorschriften behandelt habe. Er arbeitet seit sieben Jahren in seinem Job und hat in dieser Zeit mehr als 600 Dopingproben abgeholt.... (dpa)
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