Mittwoch, 30. Juli 2014

20. März 2013 14:45 Uhr

Boxen

Nach Wach-Kampf kommen für Klitschko weitere Zahltage

Wladimir Klitschko boxt gegen den Polen Mariusz Wach und die Registrierkasse klingelt. Die Klitschkos sind für Fernsehsender RTL das, was George Clooney und Brad Pitt für die amerikanische Filmindustrie sind: Riesen.

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Wladimir Klitschko (l) bekommt mit Herausforderer Mariusz Wach einen großen Gegner. Foto: Marcus Brandt dpa

Zum 22. Mal boxt einer der ukrainischen Brüder am Samstag bei dem Kölner Privatsender und zehn bis zwölf Millionen Zuseher dürften wieder vor dem Bildschirm sitzen. Die Hamburger O2-Arena ist mit 15 000 Zuschauern selbstredend ausverkauft. Dabei ist auch US-Schauspieler Sylvester Stallone, mit dem die Klitschko-Brüder das Musical «Rocky» produzieren. Die Tanz- und Gesangsshow hat eine Woche nach dem Kampf in Hamburg Weltpremiere.

Der neue TV-Vertrag mit den beiden boxenden Doktoren der Sportwissenschaften läuft über fünf Kämpfe. Klitschko-Manager Bernd Bönte hat sich festgelegt: «Für uns gibt es nur RTL und sonst nichts.» Eine weitere Verlängerung des seit 2006 bestehenden Kontraktes ist nicht ausgeschlossen. Dann aber ohne den jetzt 41-jährigen Vitali Klitschko, der sich seinen beruflichen Weg durchs Dickicht der ukrainischen Politik bahnt.

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Bruder Wladimir Klitschko darf gegen den 2,02-Meter-Riesen Wach, der vier Zentimeter größer ist, mit knapp sechs Millionen Euro Einnahmen rechnen. 30 Werbesekunden kosten bei RTL am Kampfabend 125 100 Euro. Die Firmen stehen Schlange. Bei medialen Großkalibern wie David Haye, der einst mit einem Dauerfeuer an Hasstiraden und geschmacklosen Fotomontagen enthaupteter Klitschkos das Zuschauer-Interesse ankurbelte, sind noch stolzere Beträge fällig.

Den höchsten Einschaltwert verbuchte Wladimir Klitschko 2011, als er Haye deutlich besiegte und eine zweistellige Millionengage in Empfang nahm. Bis zu 16,28 Millionen wollten das Spektakel sehen - Einschaltquote 75,7 Prozent. Das schafft sonst nur die Fußball-Nationalelf bei Top-Spielen. Selbst Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel kann vor der Klitschko-Euphorie nur sein Basecap ziehen. Dessen Topwerte liegen um die acht Millionen Zuschauer.

Das Klitschko-Lager rechnet nach dem Wach-Kampf fest mit weiteren Zahltagen. Allerdings muss Klitschko beweisen, dass er nach dem Tod seines Trainers Emanuel Steward vor gut zwei Wochen mit der Situation im Ring umgehen kann. «Ich bereite mich für diesen Kampf eigentlich mit Emanuel Steward vor», sagte Klitschko und meinte damit, dass er nach dessen Vorgaben kämpfen werde. Die Betreuung hat Klitschkos Trainingspartner Johnathon Banks aus dem Steward-Gym übernommen. Nach dem Kampf wird es wohl eine andere Lösung geben.

Neu ist für den 1,98 Meter großen Klitschko auch, dass er zu einem Gegner aufschauen muss. «Das ist ungewohnt. Außerdem ist er ungeschlagen und hat einen starken Punch», meinte der WBO- und IBF-Champion sowie WBA-Superweltmeister. Wach kann zwar zuschlagen, ist aber deutlich langsamer. Der in 27 Profi-Kämpfen unbesiegte Pole verkündet dennoch: «Ich bin zu 120 Prozent sicher, dass ich den Kampf gewinnen werde. Wenn ich nur zu 90 Prozent sicher wäre, dann würde ich gar nicht hier erscheinen.» (dpa)

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