Donnerstag, 23. Mai 2013

03. August 2011 15:26 Uhr

Tennis

Petkovic kann immer noch jubeln

Die Darmstädter Tennisspielerin Andrea Petkovic halt dem Erfolgsdruck stand. Sie kann noch gewinnen, auch wenn sie jetzt zu den zehn Besten der Weltrangliste gehört.

Andrea Petkovic jubelt nach einem gewonnenen Punkt gegen Stéphanie Foretz Gacon. dpa

Andrea Petkovic lässt sich auch von guten Nachrichten nicht mehr so leicht aus der Ruhe bringen. Sie hat gelernt, mit Druck umzugehen und bewies das in der Nacht zum Mittwoch beim Tennisturnier in Carlsbad/Kalifornien. Nur wenige Stunde war die Nachricht alt, dass sie vom kommenden Montag an Mitglied des elitären Kreises der Top-Ten-Spielerinnen im Welttennis sein wird, da zog die 23-Jährige locker ins Achtelfinale gegen die Französin Virgenie Razzano oder Martina Erakovic aus Neuseeland ein. Allen Befürchtungen zum Trotz hatte sie am späten Abend (Ortszeit) die Amerikanerin Alexa Glatch mit 6:3, 6:4 geschlagen. Alexa Glatch zählt selbstverständlich nicht zur ersten Garde auf der WTA-Tour. Nur dank einer Wildcard spielte die Weltranglisten-155. überhaupt mit. Doch Andrea Petkovic waren solche Fakten und Vorteile in der Vergangenheit manchmal egal, wenn der Druck zu groß war. In Wimbledon beispielsweise wollte sie es allen beweisen - und schied sang- und klanglos in der dritten Runde aus.

Politikstudium und Selbstvertrauen halfen auf ihrem Weg

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«Ich glaube, sie hat aus diesen Erfahrungen viel gelernt», sagte Fed-Cup-Trainerin Barbara Rittner der Nachrichtenagentur dapd. «Ich freue mich sehr, dass sie diese Schallmauer durchbrochen hat. Ihre Reise ist damit aber noch nicht zu Ende.» Kontinuierlich hat sich Andrea Petkovic auf ihre Weise in der Weltrangliste nach oben gearbeitet. Nach einem Kreuzbandriss schien alles vorbei zu sein. Doch das Politikstudium und eine gehörige Portion Selbstvertrauen halfen der extrovertierten Tennisspielerin, nicht zu verzweifeln. Als erste Deutsche seit Anke Huber im Oktober 2000 und überhaupt erst als sechste Spielerin des Deutschen Tennis Bundes (DTB) gehört sie nun zu dem erlauchten Kreis - ein Erfolg, der Ende 2010 als Nummer 32 noch in unerreichbarer Ferne schien. Doch abgesehen von Wimbledon spielte sie auch bei den großen Turnieren stark; bei den Australian Open und den French Open schaffte sie das Viertelfinale. Außerdem gewann sie das Turnier in Straßburg und stand in Brisbane im Endspiel.

Lockerheit muss sie sich hart erkämpfen

Wie hart Andrea Petkovic für ihrem Erfolg gearbeitet hat, wird nicht immer deutlich. So locker, wie sie bei ihren Siegertänzchen auf dem Platz oder bei Gesprächen am Rande wirkt, nimmt sie die Herausforderungen nämlich nicht. «In Wimbledon war sie so verkrampft und konnte ihre Leistung überhaupt nicht abrufen», erzählt Rittner, die sich auf dem «Heiligen Rasen» über eine andere Fed-Cup-Spielerin freuen konnte: Die Berlinerin Sabine Lisicki, die in Carlsbad nach einem 6:0, 6:2 gegen Qualifikantin Greta Arn aus Ungarn in der zweiten Runde auf die Japanerin Kimiko Date-Krumm trifft. dapd

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