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22. August 2011 13:56 Uhr

Leichtathletik

Südkorea hofft auf «olympische» Atmosphäre

Vor der Leichtathletik-WM im südkoreanischen Daegu hoffen die Gastgeber auf gut gefüllte Ränge und eine «olympische» Atmosphäre. Ein Athletendorf wurde eigens errichtet. Das Land will Werbung machen fürs Laufen, Werfen und Springen - vor allem beim eigenen Nachwuchs.

Blick über das Hauptstadion für die WM in Daegu. dpa

Der Countdown für die erste Leichtathletik-WM auf dem asiatischen Festland läuft. In der südkoreanischen Millionenstadt Daegu haben die Gastgeber ein Großereignis der kurzen Wege konzipiert. Vor allem erhoffen sie sich neuen Schub für die Leichtathletik im eigenen Land - und in Asien generell. Für die Wettbewerbe mit rund 1945 Athleten aus 202 Nationen sehen sich die Veranstalter im etwa 300 Kilometer südöstlich von Seoul gelegenen Daegu jedenfalls bestens gerüstet. «Die Atmosphäre ist olympisch», schwärmte der niederländische Coach Gert Damkat bereits.

Im Weltsport gilt der ehemalige wirtschaftliche Tigerstaat Südkorea als aufstrebende Macht, bei den Organisatoren der größten Sportereignisse spielt das Land bereits in der Weltelite. Erst vor wenigen Wochen wurden die Olympischen Winterspiele 2018 an Pyeongchang vergeben, das sich auch gegen Mitbewerber München durchgesetzt hatte. Darauf ist der Großteil der fast 49 Millionen Bewohner mächtig stolz. In Asien hatte bisher einzig Japan Leichtathletik-Weltmeisterschaften ausgerichtet - 1991 und 2007.

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Auch wenn es für die eigenen Athleten bei der WM vom 27. August bis zum 4. September mehr um gute Platzierungen als um Medaillen gehen wird, haben Ereignisse wie dieses einen großen Stellenwert für das Image des Landes, das sich oft eingezwängt fühlt zwischen China und Japan. «Wenn es um Sport geht, sind wir eine aufstrebende Macht», sagte der Vizevorsitzende des WM-Organisationskomitees, Moon Dong Hoo.

Die WM sei eine große Chance, die Leichtathletik im eigenen Land zu fördern - bisher hat Südkorea kaum herausragende Kräfte. Darüber hinaus hoffen die Bürger der 2,5-Millionen-Metropole, die wie andere Großstädte im Schatten des politischen und wirtschaftlichen Zentrums Seoul steht, auf einen größeren Bekanntheitsgrad von Daegu.

Stolz sind die Veranstalter auf ihr Konzept der kurzen Anlaufwege. Für die Leichtathletik-WM wurde - ähnlich wie bei Olympischen Spielen - ein ganz neues Athletendorf errichtet. Es ist nur sieben Minuten Fahrtzeit vom Stadion entfernt. Überhaupt soll eine olympische Atmosphäre erzeugt werden: Mehr als 3500 Sportler und Betreuer werden die Wohnungen auf dem weitläufigen Gelände beziehen. «Es sind die Spiele der kürzesten Wege in der Geschichte der WM», sagte Moon.

Zum Anfassen werden die Athleten aber nicht sein: Das Dorf wird strengstens bewacht. Acht Stadtgebiete, darunter das zur Fußball-WM vor neun Jahren gebaute Stadion, das Athletendorf und größere Hotels sind von der Polizei als «Sondersicherheitszonen» eingestuft worden.

Lob für die WM-Macher kam bereits von Mitgliedern ausländischer Teams, die das Dorf in der vergangenen Woche bezogen. «Es gibt gutes Essen und gute Trainingsorte», sagte die australische Diskuswerferin Dani Samuels. Ian Hypolite, Coach im Team von Trinidad und Tobago, freute sich vor allem über die geringe Entfernung der Unterkünfte zum Übungsgelände. «Du kannst trainieren, wann immer du willst.»

Die Vorbereitungen seien so gut wie abgeschlossen, resümierte Moon. Ganz Daegu hofft nun auf gutes Wetter und gut gefüllte Ränge - nach dem verregneten Sommer eine ernsthafte Sorge. Moon zeigte sich zuversichtlich, dass das Stadion an den Wettkampftagen ausverkauft ist. Rund 33 000 Zuschauer dürfen dann jeweils rein.

Bis zum 22. August waren zwar nach Angaben des Organisationskomitees rund 94 Prozent der verfügbaren Karten abgesetzt - ein Großteil ging aber in Form von Gruppentickets an Organisationen, Schulklassen und Firmen. Viele Karten wurden auch kostenlos ausgegeben. Die Veranstalter hoffen nun, dass die Plätze auch besetzt werden.

Dadurch könne der Anreiz schwinden, die Wettkämpfe zu besuchen, kommentierte die Zeitung «JoongAng Ilbo». Jerry Ling, Leiter der internationalen Medienabteilung vom Organisationskomitee, wiegelte jedoch ab: «Wir sehen das nicht so negativ», meinte er. (dpa)

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Leichtathletik | Südkorea | WM


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