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07. Juni 2009 21:54 Uhr

7,4% für die Piraten in Schweden

Kurioses rund um die Europawahl

Nicht nur in Deutschland waren die Bürger zur Europawahl aufgerufen. Allerlei kuriose Dinge sind dabei passiert.

Hamburg (dpa) - Nicht nur in Deutschland waren die Bürger zur Europawahl aufgerufen. Allerlei kuriose Dinge sind dabei passiert:

FAULER HANDEL - In Bulgarien sind Fälle von Stimmenkauf gemeldet worden. Dabei soll eine Wählerstimme bis zu 40 Lewa (20 Euro) gekostet haben, berichtete der Staatsrundfunk aus dem Süden des Landes. Experten vom Zentrum für Demokratie-Forschung in Sofia hatten vor der Wahl errechnet, dass die Parteien mindestens sechs Millionen Euro für den Stimmenkauf ausgeben würden. Wahlen in Bulgarien waren immer wieder von dieser illegalen Praxis überschattet worden.

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SCHWIERIGE REISE - Auf Rumäniens Landstraßen richtete die Polizei 400 Kontrollposten ein und überprüfte viele Reisebusse. Der Grund: Rumänen dürfen in jedem beliebigen Wahllokal ihre Stimme abgeben, nicht nur an ihrem Wohnort. Daher wurde befürchtet, dass Bürger auf Betreiben der Parteien massenweise durch das Land reisen, um mehrmals zu wählen. Im Vorfeld hatte die Polizei bereits Busunternehmen mit Blick auf verdächtige Überland-Transporte überprüft.

POLITIK 2.0 - In Schweden hat die für kostenlose Downloads aus dem Internet eintretende Piratenpartei aus dem Stand 7,4 Prozent der Stimmen geholt und verbuchte so die größten Gewinne aller Parteien. Sie entsendet nach einer Prognose des TV-Senders SVT einen Abgeordneten nach Straßburg. Hintergrund für die Kandidatur war die Verurteilung von vier Verantwortlichen der Internet-Tauschbörse The Pirate Bay wegen Verletzung des Urheberrechts. Die Börse ermöglicht das kostenlose Herunterladen von Musik, Filmen und Software.

SCHÖNE BESCHERUNG - Ex-Model Elena Basescu, die Tochter des rumänischen Staatspräsidenten Traian Basescu, dürfte laut Prognosen den Sprung nach Straßburg geschafft haben. Ihre Kandidatur für das EU-Parlament war umstritten, weil die 29-Jährige als «intellektuell unbedarft» gilt. Die Ortsvereine der PDL-Partei ihres Vaters sollen die Anweisung bekommen haben, pro Wahllokal mindestens zehn Stimmen für Elena zu organisieren. Der Präsident hatte seine Tochter im TV verteidigt: «Sie ist viel intelligenter, als Sie glauben».

MODERNE MONARCHIE - Parallel zur Europawahl wurde in Dänemark auch noch über die Regeln der Thronfolge in der Monarchie abgestimmt. Die Dänen stimmten dabei für die Gleichstellung von Prinzessinnen. Nach einer Prognose gab es eine Mehrheit von 78,2 Prozent für die von der Regierung vorgeschlagene Neuregelung. Mit ihr soll der Vorrang von männlichen Sprösslingen der Königsfamilie abgeschafft werden. Praktische Auswirkungen kann dies frühestens für die Generation noch ungeborener Urenkel von Königin Margrethe II. (69) haben.

KURZER PROZESS - Im nordspanischen Dorf Zarzosa hat die Europawahl nur eine Stunde gedauert. Wie der staatliche Rundfunk RNE am Sonntag berichtete, schloss in der Ortschaft in der Weinbauregion La Rioja das einzige Wahllokal eine Stunde nach der Öffnung schon wieder seine Pforten. Alle 14 Wahlberechtigten im Dorf hatten bereits ihre Stimme abgegeben. Damit stand um 10.00 Uhr in Spanien ein erstes Ergebnis fest: In Zarzosa betrug die Wahlbeteiligung 100 Prozent.

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