Freitag, 24. Oktober 2014

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In vielen Altbauten muss bis Jahresende die derzeit gültige Energieeinsparverordnung (EnEV) von 2009 umgesetzt sein. Dazu gehört auch das Dämmen von Heizungs- und Warmwasserrohren in ungeheizten Räumen. Handwerker braucht man dafür nicht.

Bei neuen Heizungsanlagen sind gedämmte Rohre selbstverständlich. In Altbauten gibt es aber noch Heizungsrohre und Warmwasserleitungen, die ungedämmt durch kalte Keller laufen. Dort kühlen sie aus, und ein Teil der teuren Wärme geht ungenutzt verloren.

«Ein zehn Meter langes Rohr mit 32 Millimetern Durchmesser hat eine Oberfläche von etwa einem Quadratmeter», sagt Henning Discher von der Deutschen Energie-Agentur (dena) in Berlin. «Bei einer Temperatur des Heizwassers von 70 bis 90 Grad gehen so je laufendem Meter jährlich unnötig bis zu zehn Liter Heizöl verloren.» Dagegen hilft die Dämmung der Rohre - und das könnten geschickte Heimwerker selbst machen, sagt Eva Reinhold-Postina vom Verband Privater Bauherren in Berlin.

In Baumärkten gibt es für diesen Zweck vorgefertigte Rohrummantelungen, die man leicht selbst anbringen kann. Reinhold-Postina rät, auch Pumpen, Armaturen und Ventile zu isolieren. Auch hierfür gebe es passend geformte Dämmschalen. Doch: «Dämmschalen aus Styropor für Pumpen und Armaturen kann man nicht im Baumarkt kaufen», sagt Michael Pommer von der DIY-Academy in Köln. Diese müsse man häufig beim Hersteller anfragen.

Für eine Rohrummantelung müsse der Heimwerker je nach Rohrdicke 2,50 bis 3 Euro ausgeben, erläutert Pommer. Diese Kosten rechneten sich innerhalb von zwei bis drei Jahren durch den nach der Isolierung geringeren Verlust an Heizenergie.

Vorgefertigte Dämmungen für die Rohre gibt es aus unterschiedlichen Materialien: «Schläuche aus Weichschaum und Moosgummi sind einfach mit der Schere zu bearbeiten», sagt Pommer. Sie eigneten sich besonders für flexibel verlegte Rohre. Für starre Verbindungen sollte man besser zu ummantelten Rohrdämmungen mit einen Kern aus Stein oder Glaswolle greifen. Anschlüsse müssten hier genau herausgeschnitten werden.

Beim Arbeiten mit Mineralwolle sollten sich Heimwerker gut schützen, denn diese kann bei empfindlichen Menschen die Haut und Schleimhäute reizen. Pommer empfiehlt, einen Overall, Schutzbrille, Atemschutz und Handschuhe zu tragen.

Schläuche aus Weichschaum sind vergleichsweise einfach zu verlegen. Sie werden bei neuen Isolationen meist vor dem Verlegen auf die Rohre geschoben. Wer nachträglich dämmt, sollte die Schläuche mit einem Cuttermesser der Länge nach aufschlitzen, rät die Stiftung Warentest in Berlin.

Die Schläuche werden über die Heizungsrohre gestülpt und die Schnittkante mit Spezialklebstoff wieder verklebt oder mit Bandagen umwickelt. Einige Hersteller haben auch Isoliermaterial mit einer Art Reißverschluss. Diese ließen sich leichter auf verlegte Rohre stecken und zusammendrücken, erklärt Pommer. Allerdings funktioniere der Verschluss in der Praxis nicht immer.

Wie dick die Dämmung sein muss, legt die Heizanlagenverordnung fest. Discher rät: «Nach einer Faustregel sollte sie mindestens etwa so dick sein wie der Rohrdurchmesser.» Besser sei jedoch der doppelte Durchmesser. Außerdem sollten Heizungsrohre einzeln gedämmt werden, sonst könne es passieren, dass Vor- und Rücklauf der Anlage Wärme austauschen.

Auch Kaltwasserrohre sollten isoliert werden, damit sich in der warmen Jahreszeit kein Kondenswasser an der Außenseite bildet, empfiehlt Pommer. Denn Feuchtigkeit, die sich an warmen Tagen an den Rohren ablagert, könne auf die Wände übergehen und diese durchfeuchten. Dann droht Schimmelbildung. (dpa)

Nach der Energieeinsparverordnung von 2009 müssen «zugängliche Wärmeverteilungs- und Warmwasserleitungen sowie Armaturen im unbeheizten Bereich» bis Ende 2011 gedämmt werden. Freigestellt von der Nachrüstungspflicht sind Eigentümer, die ihre Altimmobilien bereits vor dem Stichtag 1. Februar 2002 selbst bewohnt haben. Darauf weist der Verband der Privaten Bauherren in Berlin hin. Allerdings empfehlen die Experten die Dämmung auch in diesen Fällen.

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