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Selbst wenn der Beipackzettel lang ist: Patienten sollten sich die Zeit nehmen und die Liste mit den unerwünschten Nebenwirkungen durchlesen - auch wenn die meisten davon nicht auftreten. Manchmal lassen sie sich sogar ganz vermeiden.

Patienten sollten darauf achten, wie häufig Nebenwirkungen auftauchen, rät Ursula Sellerberg von der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände in Berlin. Bereits bei der behördlichen Zulassung eines Medikaments würden alle bekannten Nebenwirkungen bewertet.

Je nach Wirkstoff sind die Folgen harmlos bis schwerwiegend. Einige Nebenwirkungen wie Übelkeit machen sich sofort bemerkbar, andere wie Nieren- oder Leberschäden erst nach einiger Zeit. Einige bleiben lokal begrenzt, zum Beispiel wenn nach einer Impfung die Injektionsstelle juckt. Manchmal reagiert der ganze Körper, etwa durch Müdigkeit. «Die meisten Nebenwirkungen verschwinden wieder, wenn man das Medikament absetzt», sagt Sellerberg.

Ob und wie sich Nebenwirkungen vermeiden oder verringern lassen, hängt vom jeweiligen Medikament ab. «Wichtig ist die richtige Dosis: Hält man sich bei Schmerzmitteln mit Paracetamol an die Tageshöchstdosis, lassen sich Leberschäden vermeiden», erklärt die Apothekerin. «Auch der Einnahmezeitpunkt spielt eine große Rolle: Wer wasserausschwemmende Medikamente braucht, sollte diese vormittags einnehmen.» So lasse sich umgehen, dass man nachts auf die Toilette muss. Eisentabletten seien oft besser verträglich, wenn sie vor der Mahlzeit eingenommen werden.

Bei manchen Nebenwirkungen hilft Abwarten: Wer gegen seinen hohen Blutdruck erstmals Blutdrucksenker einnimmt, fühlt sich zunächst oft schlapp und müde. Diese Nebenwirkungen verschwinden nach einigen Wochen von selbst, wenn sich der Körper an den niedrigeren Blutdruck gewöhnt hat. Andere Nebenwirkungen müssen mit einer Begleitmedikation behandelt werden: So sollten Menschen, die starke Schmerzmittel brauchen, unbedingt ein Abführmittel gegen die Nebenwirkung Verstopfung einnehmen.

«Wer Arzneimittel einnimmt und eine Nebenwirkung vermutet, sollte seinen Arzt oder Apotheker darüber informieren», rät Sellerberg. Ob die Nebenwirkung bereits im Beipackzettel genannt ist, spiele keine Rolle - der bloße Verdacht reiche. «Das ist vor allem bei Medikamenten wichtig, die neu auf dem Markt sind.» Denn bei einem vom fünf neuen Medikamenten werden wichtige Sicherheitsprobleme erst nach der Zulassung entdeckt. (dpa)

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