Dienstag, 2. September 2014

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Piotr Marcinski, Fotolia.com

Wer glücklich ist, der bleibt bekanntlich gesund. Doch gilt das eigentlich auch umgekehrt? Forscher haben sich dieser Frage angenommen - und Erstaunliches herausgefunden. Von Nicola Kübler.

Was wünscht man sich an Silvester fürs neue Jahr? Dass das neue Jahr besser wird als das alte, so lautet die Hoffnung bei vielen Menschen. Glück wünscht man sich, Erfolg und manchmal auch mehr Geld, die Liebe seines Lebens zu finden, oder, oder, oder ...

Je älter man wird, so die Erfahrung, desto weiter vorn steht die Gesundheit auf der Wunschliste – meist vor Glück und Erfolg. Doch diese Punkte auf der Liste, so legen Forschungserkenntnisse nahe, sind nicht so einfach voneinander zu trennen.

Ist gesund gleich glücklich?

Wer glücklich ist, der bleibt gesund, so das Ergebnis einiger Studien – gilt also auch der Umkehrschluss? Wer gesund ist, muss/darf/soll glücklich sein? Der niederländische Glücksforscher Ruut Veenhofen will sogar herausgefunden haben, dass glückliche Menschen länger leben. Er verglich den Effekt von Glück auf die Lebenserwartung mit dem Effekt von Nichtrauchen und sagt: Glückliche Menschen leben sieben bis zehn Jahre länger als unglückliche Menschen – sie gewinnen ebenso viele Lebensjahre wie Nichtraucher gegenüber Rauchern. Wer also glücklich ist und noch dazu nicht raucht, ist also prädestiniert dazu, steinalt zu werden. Theoretisch.

Auch am Herzen gehen Glück und Zufriedenheit nicht spurlos vorüber. Im Februar 2010 veröffentlichte die Columbia-University in New York Ergebnisse einer Langzeitstudie. Hierfür wurden 1700 anfangs gesunde Menschen über einen Zeitraum von zehn Jahren begleitet. Das Ergebnis: Je positiver die Lebenseinstellung der Teilnehmer, desto geringer ist ihr Risiko für einen Infarkt oder eine schlechte Durchblutung der Herzkranzgefäße. So erleiden Menschen, die mit ihrem Leben nicht zufrieden sind, zu 22 Prozent mehr Herzinfarkte und Angina Pectoris-Anfälle.

Wird alles anders?

Alles gut und schön – aber was, wenn ich eben nicht zufrieden und glücklich bin mit meinem Leben? Dann muss man die Gründe dafür suchen. Ist es der Job, der einen nicht ausfüllt? Ihn zu wechseln wäre die naheliegendste Lösung. Aber auch die radikalste. In vielen Fällen hilft schon ein Gespräch mit dem Vorgesetzten über die Punkte, die einen stören. Vielleicht sind es ja schon kleine Veränderungen und eine bessere Kommunikation, die der Jobzufriedenheit auf die Sprünge helfen.

Oder ist die Ursache für die Unzufriedenheit im privaten Bereich zu suchen? In der Partnerschaft hakt es, die Familie fordert einem alles ab, die Pflege der Eltern überfordert einen? Auch hier gilt: Darüber reden hilft. Ein klärendes Gespräch mit dem Partner suchen, einen Familienrat einberufen oder sich erkundigen, welche Hilfsangebote es für die häusliche Pflege gibt: Aktiv werden hilft oft schon. Auch wenn die Probleme dadurch natürlich nicht verschwinden, so sucht man dennoch nach Lösungen.

Zeit nehmen

Ein ganz wichtiger Tipp: Nehmen Sie sich Zeit für sich selbst. „Einfacher gesagt als getan“, denken Sie wahrscheinlich jetzt. Es müssen ja kein ganzer Tag oder mehrere Stunden sein. Aber am Abend, wenn die Kinder im Bett sind, die Küche aufgeräumt und die Bügelwäsche verstaut – machen Sie sich eine Tasse Tee, schenken Sie sich ein Glas Wein ein, lesen Sie ein Buch, nehmen Sie sich Zeit, um den Tag Revue passieren zu lassen oder genießen Sie ein paar ruhige Minuten mit Ihrem Partner. Zufriedenheit und Gesundheit kommen dann von ganz alleine.

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