Dienstag, 21. Oktober 2014

Themenwelten   |   Gesundheit

Foto: Sonja Nagel

In seinem Märchenzelt am Kulturhaus Abraxas in Augsburg entführt Matthias Fischer Besucher in die Welt der Fantasie. Dabei beweist er, dass Märchen keinesfalls nur etwas für Kinder sind. Von Sonja Nagel.

Im Westen von Augsburg gibt es eine Welt, in die kommt man nicht einfach so hinein. Ein versteckter Weg führt hinter dem Kulturhaus Abraxas in der Sommestraße 30 durch ein kleines Gartentürchen – hier stößt der Suchende auf ein großes, schwarzes Zelt. Dort wartet Matthias Fischer, der Märchenerzähler, auf Mitreisende. „Die Zuhörer können sich selbst beschenken und sich Zeit für das Märchen nehmen“, sagt er.

Schon das Zelt, in das die Märchen nacheinander herein gerufen werden, wirkt märchenhaft. In der Mitte flackert ein Feuer. Es duftet nach brennendem Holz. Kleine Funken tanzen in der Dunkelheit, bevor sie den Weg durch das Rauchloch der Jurte finden. Auf dem Feuer werden in den Erzählpausen leckere Köstlichkeiten wie Glühwein, Kinderpunsch oder Würstchen zubereitet.

Die Reise beginnt

Bis zu 60 Personen haben in dem großzügigen Zelt Platz und können Fischer dort auf einer Fantasiereise begleiten. „Das Eintauchen in die Märchenwelt ist eine Beschäftigung und eine Auseinandersetzung mit eigenen Themen, Träumen, Wünschen, Problemen, Ängsten und Sehnsüchten“, erklärt Fischer.

Im Zelt braucht man noch einen speziellen Eingang, um tatsächlich in andere Welten zu kommen. Diesen stellt der Märchenerzähler aus bunten Bändern zusammen – das gelbe steht für die Sonne, das rote für das Feuer, das grüne für den Wald und das blaue für den Himmel. Zusammengeknotet bilden sie den Märcheneingang.

Unterhaltung für alle

Nacheinander holt der Erzähler jeden seiner Besucher ab und lässt sie durch den bunten Kreis, den er mit seinen Händen aufhält, ins Märchenland eintreten. Je nach Thema sieht es dort immer anders aus: Auf der Reise begegnet man Königen, Bischöfen und vielen anderen Menschen und Tieren. Auch Bösewichte kreuzen den Weg.

„Durch den symbolischen Charakter des Märchens können schwierige, unfassbare, beängstigende und rätselhafte Dinge in der Märchenwelt bleiben“, berichtet Fischer. „So werden diese Sachen in der Realität nicht nüchtern oder erschreckend angesprochen. Jeder geht mit seinen inneren Bildern so weit mit, wie er es eben selbst vermag.“ Dank seines großen Repertoires findet der Märchenerzähler zu verschiedenen Themen unterhaltsame Geschichten. Neben spannenden Kindermärchen gibt es unter anderem auch erotische Märchen oder jahreszeitenbezogene Geschichten für die Großen.

Jeder hört anders

Matthias Fischer schätzt sowohl die jungen als auch die älteren Zuhörer: „Erwachsene haben mehr Übung beim Zuhören, allerdings kann man bei ihnen oft nur schlecht einschätzen, was wirklich ankommt“, berichtet er und fügt hinzu: „Kinder hingegen sind vor allem im Alter zwischen vier und sieben Jahren sehr gut in der Lage ein Märchen für wahr und authentisch zu halten. Sie tauchen voll und ganz in die Fantasiewelt ein.“

Die Augen von Fischer leuchten beim Erzählen. Schon als Kind wurden ihm von seiner Mutter Märchen vorgelesen. Später schmökerte er mit der Taschenlampe unter der Bettdecke. Als er 1990 schließlich die professionelle Märchenerzählerin Elfriede Hasenkamp traf, entwickelte sich seine Liebe zur gesprochenen deutschen Sprache weiter und er kam zum Hobby Märchenerzählen. Ein Hobby, das mittlerweile Beruf und Berufung zugleich ist – und ihn unheimlich glücklich macht.

Zur Person:

Der Sprecherzieher und ehemalige Rundfunkmoderator Matthias Fischer ist der Märchenerzähler vom Märchenzelt. Seit 1997 erzählt der 47-jährige Augsburger die wundersamen Geschichten in seinem Märchenzelt am Kulturhaus Abraxas oder bei Gastspielen in seinem mobilen Zelt. „Meine Liebe gilt der gesprochenen Sprache, vor allem den altüberlieferten Volksmärchen aus aller Welt“, sagt er. „Das Erzählen und Zuhören ist etwas sehr Wichtiges für mich: Es ist eine Art von Zuwendung und Aufmerksamkeit, wie sie weder mit Vorlesen noch mit Medienkonsum zu erreichen ist.“

Mit Märchen erreiche er die Herzen der Menschen und merke, wie es das Publikum rührt. „Märchen trösten oder unterhalten, faszinieren, erfreuen und beschäftigen die Zuhörer.“ Eine gelungene Atmosphäre dafür bietet das Märchenzelt und die Salzgrotte im Bio-Hotel Bayerischer Wirt. Aber auch auf Bühnen, in Kirchen, Studios, Standesämtern, Klassenzimmern und Privaträumen verzaubert Fischer mit seinen Märchen die großen und kleinen Zuhörer.

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