Donnerstag, 27. April 2017

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Der Winter ist für viele ein Grund, Laufschuhe und Fahrrad für die nächsten Monate einzumotten. Dabei sollte man auch in der kalten Jahreszeit Sport treiben - am besten an der frischen Luft. Ein paar Dinge gilt es aber zu beachten.

Varel (dpa/tmn) - Kalt, dunkel und womöglich auch noch nass: Im Winter draußen Sport zu treiben, kostet einiges an Überwindung, manche lassen es lieber gleich bleiben. Dabei ist Bewegung an der frischen Luft auch im Winter wichtig.

«Das Immunsystem wird durch Sport im Winter gefördert», nennt Prof. Rüdiger Reer, Generalsekretär des Deutschen Sportärztebundes (DGSP) ein Beispiel. Damit Sport im Winter tatsächlich einen positiven Effekt hat, kommen hier sechs Tipps.

Passende Kleidung: Meist läuft es so: Es ist kalt, also dick einmummeln, um beim Rausgehen nicht zu frieren. Und dann schwitzt man nach den ersten 100 Metern auf dem Rad oder beim Laufen tierisch - Spaß macht das nicht. Deshalb: «Beim Rausgehen sollte einem eher kalt sein», empfiehlt Reer, der Professor im Arbeitsbereich Sport- und Bewegungsmedizin des Instituts für Bewegungswissenschaft der Universität Hamburg ist. «Ideal wäre eine Lage, die man nach dem Aufwärmen ablegen kann.» Grundsätzlich sollten Sportler für das Training bei kalten Temperaturen Funktionskleidung wählen, die Feuchtigkeit nach außen abgibt und Reflektorstreifen hat.

Ordentlich aufwärmen: Von der kuscheligen Couch aufs Rad und mit Höchstgeschwindigkeit losradeln oder als Läufer erstmal ein paar Hocksprünge machen - damit tut man sich bei Kälte keinen Gefallen. «Im Winter sollte man sich besonders sorgfältig aufwärmen», sagt Reer. «Bloß keinen Kaltstart. Das ist ungünstig für Sehnen und Bänder.» Das Programm sollte mindestens drei bis fünf Minuten dauern und sportartspezifisch sein. Für Läufer könnte es laut Reer so aussehen: Zunächst die Achillessehne und die Wadenmuskulatur dehnen, indem man sich vor eine Wand stellt und die Fußspitze hochzieht und dagegen stellt. Dann die Oberschenkelmuskulatur dehnen. Dazu zieht man den Hacken Richtung Po.

Richtig atmen: Sobald man aus der Puste kommt, atmen viele durch den Mund - so kommt gefühlt mehr und schneller Luft in die Lunge. Die Freude währt in der Regel nur kurz - denn Atemwege und Lunge fangen an zu schmerzen. Damit das nicht passiert, ist es wichtig, beim Sport im Winter durch die Nase zu atmen. Die Luft muss dabei wie durch einen Filter und wird dabei angewärmt und angefeuchtet, wie Jens Wagenknecht, Vorstandsmitglied im Deutschen Hausärzteverband mit Praxis im niedersächsischen Varel, erklärt. «Wer durch den Mund atmet, weil er sich zu stark verausgabt, hat das Problem, dass die Luft nicht so gut angewärmt und angefeuchtet wird, bevor sie auf den Rachen trifft.»

Schnell rein: Noch ein Pläuschchen mit dem Trainingspartner, ausgiebig stretchen und dehnen oder einfach nur in Ruhe abschwitzen: Was im Sommer für viele selbstverständlich zum Training dazugehört, sollte man sich im Winter besser verkneifen. «Direkt nach dem Sport ist die Gefahr für Erkältungen am größten», sagt Reer. Deshalb sollte man möglichst schnell aus der Kälte und seinen Sportklamotten raus, unter die Dusche und frische Sachen anziehen.

Dabei bleiben: Verlockend ist das Training im Winter nicht gerade. Damit man trotzdem am Ball bleibt, empfiehlt Diplom- und Sportpsychologin Kareen Klippel folgende Technik: Man sollte sich überlegen, was man an der kalten Jahreszeit schön findet - so könnte eine Winterlandschaft ihren Reiz haben. Dann sucht man sich am besten eine Strecke aus, bei der man seine Aufmerksamkeit auf diese positiven Aspekte des Winters richten kann.

Vorsätze umsetzen: Wer sich vorgenommen hat, im neuen Jahr mit dem Sport loszulegen, startet oft völlig übermotiviert am 1. Januar, schleppt sich am 2. mit tierischem Muskelkater wieder durch sein Programm und lässt es ab dem 3. Januar bis zum neuen Jahr bleiben. Sporteinsteiger sollten sich zunächst ein Ziel setzen, dass zwar eine Herausforderung darstellt, aber schaffbar ist, rät Klippel. Das Training abbrechen sollte man, wenn einem schwindelig oder übel wird, die Leistungsfähigkeit plötzlich einbricht oder man Luftnot oder Sehstörungen bekommt, wie Wagenknecht betont. Das gelte aber immer beim Sport - unabhängig davon, ob es draußen warm oder klirrend kalt ist. (dpa)

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