Mittwoch, 19. Juni 2013

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Foto: Mascha Brichta/dpa

Bunt soll es sein, mit passenden Möbeln: Auf die Einrichtung des Babyzimmers verwenden Eltern viel Zeit und Mühe. Wichtiger als die Optik ist aber die Sicherheit.

Bei einigen wird ein rosa Prinzessinnentraum entworfen. Bei anderen die halbe Tierwelt an die Wand gepinselt, mit passenden Möbeln und Bettwäsche in Dschungeloptik. Bei der Ausstattung des Babyzimmers leben viele Eltern ihre kreative Ader aus. Neben ästhetischen Gesichtspunkten sollte der Raum für die ersten Lebensjahre aber vor allem die wichtigsten Sicherheitsstandards erfüllen. Während offene Steckdosen und scharfe Kanten offensichtlich ins Auge fallen, gibt es unter anderem vermeintlich harmlose Dekoelemente, die gefährlich werden können.

Am besten Schlaf- und Kinderzimmer auf einer Ebene

Bevor Eltern Details wie die Wandfarbe oder die Vorhänge aussuchen, sollten sie sich Gedanken zur Lage des Raums machen. Praktisch ist es, wenn Kinder- und Elternschlafzimmer auf einer Ebene liegen: «Kinder schlüpfen oft jahrelang gern nachts ins Bett der Eltern. Ist das Kinderzimmer oben und das Elternschlafzimmer unten, können die Kinder auf der Treppe stolpern, ausrutschen oder stürzen», sagt Susanne Woelk, Geschäftsführerin der Aktion Das Sichere Haus (DSH).

In den ersten Wochen nach der Geburt wird das Babyzimmer vermutlich noch nicht so ausgiebig genutzt. Idealerweise schläft das Kind in seinem eigenen Bett im Elternschlafzimmer. So hören die Eltern schneller, wenn das Kind wach wird und können es stillen.

Größte Unfallquelle: Wickelkommode

Genutzt wird das Babyzimmer anfangs vor allem zum Wickeln. Die Wickelkommode ist dabei eine der größten Unfallquellen, da Babys leicht herunterfallen können. Deshalb sollten Eltern die Kommode am besten in einer Zimmerecke an die Wand rücken, so dass das Möbelstück von zwei Seiten begrenzt ist. Eine Auflage mit hohem Rand verhindere ebenfalls, dass die Kinder herunterrollen, erläutert Silvia Höfer, Hebamme in Berlin.

Auf Nummer sicher gehen Eltern, wenn sie ihr Kind auf einer Decke auf dem Boden wickeln. «Am besten wählt man eine Unterlage, die waschbar ist», sagt Höfer. Wird auf dem Boden gewickelt, sollten Eltern alle Pflegeprodukte außer Griffweite des Kindes räumen. Nachteil der ebenerdigen Wickelstation: Das Knien oder Sitzen auf dem Boden kann leicht auf den Rücken gehen.

Bei den Möbeln auf  Prüfsiegel achten

Bei der Auswahl der Babymöbel sollten Eltern auf hochwertiges und geprüftes Material achten. Dabei können sie sich an Prüfzeichen wie dem GS-Symbol (Geprüfte Sicherheit) orientieren, erklärt Ralf Diekmann vom TÜV Rheinland. Beschichtetes oder lackiertes Holz gase stärker Formaldehyd aus als Massivholz, sei dafür aber unempfindlicher und leichter zu reinigen. «Allerdings können Lacke Schadstoffe enthalten, die das Baby zum Beispiel aufnehmen kann, wenn es daran leckt», sagt Diekmann. Bei Textilien seien Prüfzeichen wie «toxproof» oder das Label «Textiles Vertrauen» gute Orientierungspunkte.

Beim Kauf einer Babymatratze sollten Eltern vor allem darauf achten, dass die Unterlage richtig ins Bett passt und keine Schlitze entstehen. Wichtig ist der Härtegrad: «Die Matratze muss eine gewisse Festigkeit haben. Das Kind darf nicht tiefer als zwei, drei Zentimeter einsinken», erklärt Höfer. Ralf Diekmann vom TÜV empfiehlt, auf eine atmungsaktive Matratze zu achten. In jedem Fall sollte ein Modell speziell für Kinder gewählt werden.

Fatal können beim Babybett Dekoelemente wie ein Himmel, Moskitonetz oder Zierkissen sein: Denn diese Dinge können sich Kinder über das Gesicht ziehen und daran ersticken oder als Schlinge um den Hals legen, warnt Diekmann. (dpa)

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