Als Generalsekretärin der bayerischen Liberalen und stellvertretende Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion sorgt Miriam Gruß für Furore. Die Vollblutpolitikerin und junge Mutter gilt als zielstrebig und vereinbart auf bemerkenswerte Weise Karriere und Familie; getreu ihrem Leitspruch: "Finde deinen eigenen Weg, sei mutig und ergreife deine Chancen." In Interview spricht sie über Freundschaften und dass sie oft mit Bundesfamilienministerin Kristina Schröder verwechselt wird.
Miriam Gruß: Bodenständigkeit (Berlin ist toll, aber ich bin doch immer wieder froh, zurück nach Augsburg zu kommen), Ehrlichkeit und die Vorliebe für eine gute Augsburger Leberkässemmel.
Sie beginnen Ihren Tag mit einem frischen Apfel-Karotten-Ingwersaft. Gibt es weitere Rituale, die Sie durch den Tag begleiten?
Gruß: Wann immer es die Zeit und vor allem das Berliner Wetter zulässt, jogge ich früh morgens an der Spree entlang. Das ist herrlich und macht den Kopf frei für den anstehenden Sitzungsmarathon.
Haben Sie ein Motto, das Sie durchs Leben begleitet?
Gruß: Es sind die kleinen Lichter, die die großen entzünden.
Sie sind Mitglied des FC Augsburg. Wie oft gehen Sie mit Ihrer Familie in die Impuls-Arena? Woher kommt diese Leidenschaft zum Fußball?
Gruß: So oft ich es zeitlich schaffe. Zuletzt war ich beim Spiel gegen Paderborn und dem anschließenden Benefizspiel. Ich bin keine Fußball-Expertin, schaue mir aber Spiele des FCA und der Nationalmannschaft unglaublich gerne an und fiebere mit. Auch mein 5-jähriger Sohn ist schon ein großer Fan! Und ich fände es super für den Verein und für Augsburg, wenn der FCA aufsteigt.
Was macht Ihnen mehr Freude - ein selbst gemaltes Bild Ihres Sohnes oder ein wichtiges Gesetz zur Förderung von Familien auf den Weg zu bringen?
Gruß: Das ist schwer miteinander zu vergleichen. Ich freue mich über jedes einzelne Bild meines Sohnes! Und wenn ich ein Gesetz mitgestalten kann, freue ich mich für alle Familien, die davon profitieren.
Wie wichtig sind Ihnen (überparteiliche) Freunde? Halten Sie es wie Niki Lauda der meinte: "Ich kann nicht sagen, was ein Freund ist. Ich weiß nur eins: Wenn man oben ist, hat man viele und unten - keine?
Gruß: Freunde sind neben der Familie für mich das Wichtigste in der Welt. Ich bin dankbar dafür, dass ich einige sehr gute Freunde habe, die mir unabhängig vom politischen Alltag, mit Rat und Tat zur Seite stehen. Zu meinem Freundeskreis gehören sowohl politisch Engagierte - und da fast aller Parteien - als auch solche, die Politik nur aus den Nachrichten kennen. Diese Mischung finde ich sehr gut.
Wie weit ist Ihre Doktorarbeit gediegen?
Gruß: Um ehrlich zu sein: Meine derzeitigen Ämter lassen mir für wissenschaftliches Arbeiten keine Zeit. Deshalb zieht sich die Promotion etwas. Ich habe aber das Gesamtziel nicht aus den Augen verloren.
Sie sind seit fünf Jahren in Berlin tätig. Wird das Bild der Bundestagsabgeordneten in der Öffentlichkeit korrekt dargestellt?
Gruß: Da gibt es natürlich Vorurteile, die immer wieder ins Spiel gebracht werden. Der Beruf eines Politikers ist sehr vielschichtig und verantwortungsvoll. Die Menschen bekommen leider immer nur einen Bruchteil dessen mit, was ich täglich mache. Deshalb freue ich mich umso mehr, wenn eine Besuchergruppe aus meinem Wahlkreis in Berlin ist. Die Bürger können dann hautnah miterleben, wie mein Arbeitstag im Deutschen Bundestag aussieht.
Stört es Sie, dass Sie in Berlin nicht selten mit Familienministerin Kristina Schröder verwechselt werden?
Gruß: Das passiert tatsächlich manchmal. Ich finde das aber eher lustig als störend. Zumal ich mit Frau Schröder in der Familienpolitik gut und eng zusammenarbeite.
Sie beide sind Shootingstars in ihren Parteien. Wird es in absehbarer Zeit eine Bundesministerin aus Schwaben geben?
Gruß: Für eine Region ist es immer toll, einen Minister oder eine Ministerin zu stellen. Was meine Person angeht: Ich weiß nicht, was in einigen Jahren ist. Ich bin jetzt in meiner zweiten Legislaturperiode und versuche, meinen Job jeden Tag so gut wie möglich zu machen. Wie Beckenbauer sagen würde: "Schau mer mal" ...
Welche Aufgaben und Einflussmöglichkeiten haben Sie als Generalsekretärin der bayerischen Liberalen und stellvertretende Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion?
Gruß: Es gehört zur Aufgabe einer Generalsekretärin, strategische Entscheidungen zu treffen, Wahlkämpfe zu managen oder Großveranstaltungen wie den "Politischen Aschermittwoch" zu organisieren. Im Bundestag koordiniere ich als stellvertretende Vorsitzende die Arbeit der Fraktion mit - speziell in der Familien- und Sozialpolitik.
Welchen Beruf würden Sie ergreifen, wenn sich die politische Karriere dem Ende neigt?
Gruß: Ich habe ja auch vor meiner Wahl in den Bundestag einen "normalen" Job als selbstständige Wirtschaftsberaterin gehabt. Ich würde in jedem Fall gerne weiterhin in einem Beruf arbeiten, der vielseitig ist und in dem ich mich für meine Überzeugung starkmachen kann.
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