Dienstag, 2. September 2014

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Die Kartei der Not schenkt Bedürftigen neue Hoffnung: Seit 47 Jahren unterstützt die von Elinor Holland gegründete Stiftung Menschen, die unverschuldet in Not geraten sind.

Könnte man höchstes Glück und tiefstes Unglück ertragen, hätte man niemanden, der daran teilnimmt? Cicero

Es war ihr Lebenswerk und – neben der Herausgabe der Augsburger Allgemeinen – ihr Lebensinhalt: Fast fünf Jahrzehnte ist es her, seit Ellinor Holland das Leserhilfswerk „Kartei der Not“ aus der Taufe hob. Bis zu ihrem Tod im Jahr 2010 widmete sie sich als Kuratoriumsvorsitzende mit unermüdlicher Tatkraft der Aufgabe, den Glücklosen unserer Region beizustehen.

"Die Lage wird zunehmend schlimmer"

Seit 47 Jahren unterstützt die Stiftung Menschen, die unverschuldet in Not geraten sind. „Die Lage der weniger Glücklichen in unserer Wohlstandsgesellschaft wird nicht besser – sie wird zunehmend schlimmer“, sagte Ellinor Holland einst. Und sie machte es sich zur Aufgabe, dieses Schicksal zu wenden. Nicht zuletzt durch die Leserinnen und Leser der Augsburger Allgemeinen und deren großzügige Unterstützung.

Jede Spende an die Kartei der Not kommt zu 100 Prozent bei den Hilfsbedürftigen an, da die Mediengruppe Pressedruck sämtliche Verwaltungskosten trägt. Mehr als 35 Millionen Euro kamen durch die Spendenbereitschaft Tausender Privatleute und Unternehmen bis heute zusammen. Geld, das inzwischen mehr als 30000 Bedürftigen zugutekam.

Ein Ort der Liebe

Bedürftigen wie den Buben und Mädchen des Kinderheims in Gundelfingen. Vor drei Jahren hatte die Kartei der Not mit einer Spende über 300000 Euro die Einrichtung einer Station für Kinder in Notsituationen möglich gemacht. „Ich sehe hier etwas Wunderbares“, sagt Ellinor Holland zur feierlichen Eröffnung. „Einen Ort, an dem Kinder, die Schlimmes erlebt haben, das bekommen, was Kinder brauchen: Liebe, Wärme, stützenden Halt.“

Das Kinderheim trägt ihren Namen. Und auch in Augsburg soll ein „Ellinor-Holland-Haus“ entstehen. Als Zuhause auf Zeit soll es Notleidenden die Möglichkeit bieten, einen erfolgreichen Start in ein neues, eigenständiges Leben zu schaffen. Rund 30 barrierefreie Wohnung sind geplant. Anders als in Gundelfingen übernimmt die Kartei der Not selbst das operative Geschäft.

Einzelfallhilfe bleibt an erster Stelle

Keine leichte Aufgabe also, die sich die Mitglieder des Kuratoriums, zu dem auch die Töchter von Ellinor Holland, Ellinor Scherer und Alexandra Holland gehören, gesetzt haben. Selbstverständlich bleibt trotz aller Anstrengungen für die Planung des Großprojekts der Schwerpunkt der Stiftung unstrittig: die Einzelfallhilfe. „Unbürokratische und schnelle Hilfe wird die Kartei der Not Bedürftigen auch in Zukunft bieten“, betont Geschäftsführerin Susanne Donn. „Nur haben wir künftig zusätzlich die Möglichkeit, einige Fälle über die akut notwendige Hilfe hinaus zu begleiten.“ Glück ist eben auch eine Sache des Zusammenhalts. pm/zue

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