Donnerstag, 23. Mai 2013

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Foto: Intercoiffure/dpa/tmn

Von romantisch bis streng, von den 60er Jahren inspiriert bis hin zu avantgardistisch: Flechtfrisuren verschiedener Stile zieren derzeit die Köpfe der Frauen.

Designer haben den Zöpfen auf dem Laufsteg zu einem Comeback verholfen, die Stars in Hollywood sind im Flechtfieber, und längst haben die geknoteten Hingucker auch ihre Alltagstauglichkeit wieder bewiesen. Denn schon unsere Großmütter wussten: Flechtfrisuren sind schön und praktisch zugleich.

In den aktuellen Versionen machen sich die Frisuren gut im Büro, aber auch - lässig geflochten - am Strand oder - etwas genauer gestylt - zu festlichen Anlässen. «Zu Hochsteckfrisuren sind sie eine echte Alternative, wenn der Look nicht zu streng werden soll», erläutert Karim Amerchih, Experte bei Wella Pro Series.

Flechtfrisuren sind vornehmlich natürlich etwas für lange Haare: Im Trend liegen ein streng geflochtener Gretchenzopf, der sich um den Kopf wickelt, oder ein locker geflochtener Zopf am Hinterkopf.

Der "Heidi-Look"

Aber auch wer keine lange Mähne hat, kann den Trend mitmachen - und den Pony einflechten. Alternativ sind Schummeleien erlaubt: «Très schick ist ein Haarreif oder ein Zopfgummi in Flechtoptik für den edlen 'Heidi-Look'», rät Alexandra Rigano, Schulungsleiterin bei der Essanelle Hair Group.

Wem Gretchenzopf und Alpenlook zu brav sind, für den ist der sogenannte New Punk Look perfekt, erläutert die Expertin. «Entweder wird der berühmte Irokese aufwendig geflochten oder der Oberkopf wird mit großer Tolle betont und die Seiten flach geflochten.»

Ein anderer Stil orientiert sich am 60er-Jahre-Retro-Schick, der auch bei den Klamotten derzeit im Trend liegt. Wichtig sind dabei Kontraste: «Ein geflochtener Zopf, der über die Stirn gelegt wird, bricht mit der Eleganz einer ordentlich hochtoupierten Sixties-Tolle und bringt kindliche Verspieltheit ins Haar», erläutert Jens Dagne, Beauty-Stylist von der Friseurvereinigung Intercoiffure aus Worms.

Flechtfrisuren lassen sich aber ebenso gut zum angesagten Ethno-Look kombinieren. Warme Farben, wallende Kleider, Naturmaterialien und Prints aus verschiedensten Kulturkreisen prägen diesen Stil. Dazu passen Frisuren, die weich wirken, erläutert Dagne. Er empfiehlt bei langen Haaren einen unregelmäßigen Seitenzopf.

Übung macht den Meister

Wer sich zu Hause ans Flechten wagt, braucht Übung, sagt Karim Amerchih. Man sollte sich grundlegend in zwei Flechtarten üben: dem klassischen Zopf und den Fischgräten-Alternativen. «Beide Arten lassen sich sehr stark variieren und in verschiedenen Schwierigkeitsgraden umsetzen», erläutert Amerchih.

Beim normalen Zopf werden die Haare in drei Stränge geteilt, die ineinander verflochten werden. Der französische Zopf oder die Variante Bauernzopf basieren auf dieser Technik, allerdings werden dazu anfangs nicht alle Haare genommen. «Man nimmt einen Teil des Deckhaares und flicht nach und nach die übrigen Haare mit ein», erklärt Dagne. «Das Schwierigste ist, es gleichmäßig hinzubekommen.»

Beim Fischgrätenzopf werden nur zwei statt drei Stränge von außen nach innen geflochten. Jeweils die äußersten Haarpartien werden über den rechten oder linken Strang nach innen gelegt. «Die Haarsträhnen, die eingeflochten werden, sollten möglichst gleich dick sein, damit es gleichmäßig wird», erläutert Dagne.

Zwirbel- und Knotentechnik

Die einfacheren Varianten heißen Zwirbel- und Knotentechnik. Beim Zwirbeln werden einzelne Strähnen wie eine Kordel immer wieder gedreht. Werden zwei solcher Kordeln anschließend ineinandergelegt, verzwirbeln sie von selbst, sagt Dagne. Bei der Knotentechnik werden die Haare wie Schnürsenkel gebunden. Die Haare sollten hierfür nicht toupiert werden, da sonst die Gefahr besteht, dass sie sich nicht mehr lösen lassen.

Die Enden des Zopfs werden am besten mit normalen Haargummis gebunden. «Dabei darauf achten, dass die Gummis keine Metall-Stücke enthalten, um die Haare zu schonen», sagt Karim Amerchih. Zum Fixieren der Frisur eignen sich neben Haarnadeln vor allem Schaumfestiger, Wachs oder Haarspray. Gel dagegen beschwere die Haare zu sehr, erklärt Dagne. (dpa)

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