Dienstag, 28. April 2015

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Foto: Daniel Karmann, dpa

Ganz simpel oder vollgestopft mit Elektronik: Auf der weltweit größten Spielwarenmesse in Nürnberg präsentieren die Spielzeughersteller Jahr für Jahr Zehntausende Neuheiten. 2013 finden Traditionalisten wie Technikjünger das Passende.

Ob klassisch, aufgepeppt mit elektronischen Elementen oder absolutes Hightech: Bei den neuen Spielsachen ist in diesem Jahr für jeden Geschmack etwas dabei. Zum Auftakt der weltweit größten Spielwarenmesse (30. Januar bis 4. Februar) in Nürnberg präsentierten ausgewählte Hersteller am Dienstag (29. Januar) bei der traditionellen Neuheitenschau die komplette Bandbreite an Möglichkeiten - vom schlichten Babyspielzeug über pfiffige Bastelideen bis hin zu Hubschraubern, die über das Touchdisplay des Handys ferngesteuert werden.

Dabei scheint es eine dreigeteilte Entwicklungen zu geben: Während die einen auf Technologie setzen und selbst Smartphones und Tablet-PCs in die Spiele integrieren, setzen andere elektronische Elemente nur sehr sparsam ein, etwa für Licht- oder Toneffekte. Und die dritten positionieren sich ganz bewusst als Gegenbewegung zu den «Toys 3.0», wie auch das offizielle Motto der diesjährigen Spielwarenmesse lautet.

Beweglich angebrachter Schweif

Zu den Spielsachen der dritten Kategorie gehört zum Beispiel ein Frisbee-Ring, der durch seine spezielle Form und einen beweglich angebrachten Schweif besonders ruhig in der Luft liegt. Oder ein auf Sicherheit getrimmtes Riesen-Trampolin mit Fangnetz, das zum Üben von Dunkings auch gleich noch einen Basketballkorb montiert hat.

Auch klassische Brettspiele kommen 2013 im neuen Gewand auf den Markt. «Im großen Zauberwald» etwa müssen Grundschulkinder möglichst schnell und geschickt die Zutaten für ihren Zaubertrank zwischen den Pappe-Bäumen herausschubsen. Beim Fantasy-Spiel «Die Zwerge» kämpfen ältere Kinder und Erwachsene zusammen gegen einen bösen Zauberer und müssen dafür alle ihre Stärken in die gemeinsame Waagschale werfen. Und natürlich werden Puppen und Spielfiguren niemals aussterben.

Aus Zeichnungen werden Tiere

Wer ganz individuelle Kuscheltiere sucht, wird bei «Ella & Paul» fündig. «Wir stellen aus Kinderzeichnungen Stofftiere her», erklärt Geschäftsführer Andreas Graap. Dafür müsse nur ein Foto oder Scan des Bildes auf die Webseite geladen werden, genäht wird dann in Litauen. Das Geschäftskonzept geht letztlich auf die kleine Tochter des 32-Jährigen zurück. Sie malte eine Figur, die zum ersten Mal auch als solche zu erkennen war. «Das war so ein überraschender und schöner Moment für mich, dass ich ihn gerne festhalten wollte, und so kam die Idee, daraus ein Stofftier zu machen», erzählt Graap.

Einen Gedankenblitz hatten auch die Entwickler bei Playmobil: Mit dem Shoppingcenter für Mädchen gibt es die kleinen Figuren nun erstmals mit Wechselkleidern und aufsteckbaren Frisuren. Für Jungs entwarfen die Franken eine asiatische Drachenburg - mit leuchtenden Fackeln und funkelnden Schätzen nicht ganz ohne Elektronik, aber doch sehr sparsam platziert.

Sätze werden zu einem Rap

Ganz anders sieht es bei den vielen neuen Figuren aus, die sich bewegen, auf Streicheleinheiten reagieren oder schwimmen können, die mit einem Tanz auf Licht reagieren oder aufgenommene Sätze zu einem Rap verarbeiten - sie verbergen jede Menge Technik in ihrem Inneren. Noch deutlicher zu sehen ist dies bei den ferngesteuerten Autos, die inzwischen sogar durch Wasser rasen oder meterweit auf den Hinterrädern fahren können, per Farbsensor mit «Aquaplaning» kämpfen oder beim Abkommen von der Rennstrecke sofort die Geschwindigkeit verringern - schließlich bremst das Kiesbett in der Realität ja auch.

Auf die Spitze treiben den Technologieeinsatz diejenigen Hersteller, die sogar Smartphones oder Tablet-PCs als integralen Bestandteil einbinden. So können jetzt schon Dreijährige ein Tablet zwischen die Arme eines Roboters klemmen, verschiedene Apps aufrufen und die Spiele in Kombination mit den Tasten auf dem Roboter spielen.

Für Kinder ab acht Jahre ist ein ferngesteuertes Auto gedacht, dass nicht nur per Tablet gelenkt wird, sondern auch noch «Augmented Reality» bietet. Gemeint ist damit, dass das Spiel durch das Display eine weitere, rein digitale Ebene erhält. Im konkreten Fall sieht das so aus, dass das Auto um Kärtchen mit einem Strichcode herumgelenkt wird. Durch die Tabletkamera sieht der Spieler aber nicht die Kärtchen auf dem Boden, sondern Gebäude und Ampeln. Fährt er über Rot, kommt die Polizei. Allerdings ist die Überlagerung der verschiedenen Ebenen so komplex, dass selbst der Vorführer auf der Neuheitenschau noch so seine Probleme hat. (dpa)

Webseite zur Spielwarenmesse

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