Wer hat das Parfüm erfunden?
Bereits im Altertum verbrannten die Menschen Duftstoffe, um die Götter friedlich zu Stimmen - daher der Name des Parfüms: «per fumum» - durch den Rauch. In den Tempeln Babylons verbrannten Priester zum Beispiel vor 5000 Jahren duftende Kräuter, Hölzer und Harze. Gut riechen wollten auch schon die Ägypterinnen: Reiche Frauen benutzten Salben und Pomaden aus Anis, Rosmarin und Zitrone. Mehr über die Geschichte des Parfüms gibt es im Internet zu lesen.
Wann war Parfüm besonders beliebt?
Zur Zeit des französischen «Sonnenkönigs» Ludwig XIV. im 17. Jahrhundert wollten die Menschen in Europa vor allem üble Gerüche übertünchen - und davon gab es ohne Abwassersysteme jede Menge. Parfüm ersetzte auch die Hygiene, denn das Waschen des eigenen Körpers galt als gesundheitsschädlich: Durch Wasser könnten Krankheiten durch die Poren der Haut dringen, glaubten viele Menschen. Viele Adlige parfümierten sich stark, aber badeten ungern - auch wegen ihrer aufwendigen Frisuren und Kleider.
Wo gibt es heute überall Düfte?
Parfüm hat den Alltag erobert. Es steckt in Seife, Kosmetik, Waschmitteln, Duschgel oder WC-Reiniger. Sogar Neuwagen, Hotelhallen oder Konferenzräume werden «beduftet». Inzwischen werden sogar Spielzeuge mit Duftstoffen behandelt - zum Unmut des Berliner Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR). Es warnt, dass einige dieser Stoffe auch unterhalb von Grenzwerten bei einem kleinen Teil spielender Kinder Kontaktallergien auslösen können.
Gibt es weltweit Unterschiede beim Duft-Geschmack?
In der Regel mögen Menschen Düfte, die ihnen vertraut sind. Nach Angaben eines Herstellers riechen Haushaltsreiniger in Norwegen und Portugal nach Fichte, in Deutschland nach Zitrone und Orange und in Mittelmeerländern nach Lavendel, Rosmarin, Basilikum und Thymian. Chlor spielt in Spanien und Italien eine große Rolle, da es für Sauberkeit steht. Japaner mögen den Geruch von getrocknetem Fisch.
Ist Parfüm heutzutage nur noch reine Chemie?
Nein, sagen Hersteller. Der Parfümeur verwende sowohl synthetische als auch natürliche Riech- und Duftstoffe. Wichtige Riechstoffe tierischer Herkunft sind zum Beispiel Moschus, ein getrocknetes Drüsensekret der männlichen Moschustiere, oder Castoreum, ein Drüsensekret der Biber. Pflanzliche Stoffe werden unter anderem aus Blättern, Rinde, Holz, Blüten und Wurzeln gewonnen.
Welche Stoffe sind teuer, welche billig?
Riechstoffe können zwischen zwei und 5000 Euro pro Kilogramm kosten. Preiswert sind zum Beispiel Orangenöle. Teuer sind Rosenöle und Ambroxan. Dieser synthetisch hergestellte Stoff wird statt Ambra, einem Gallensekret der Pottwale, verwendet. Ein Geschäft sind Damendüfte - und zunehmend auch Herrenparfüms - allemal. Die Branche verdiente in Deutschland 2011 rund 1,5 Milliarden Euro daran.
Wann kann sich ein Duft verändern?
Wer stark gewürztes Essen liebt, verändert den Geruch seiner Haut. Dadurch kann sich das Zusammenspiel von Parfüm und Eigengeruch verschieben. Ein Duft hat nicht mehr dieselbe Wirkung wie zuvor.
Wann ist es des Guten zu viel?
Vor allem morgens und vormittags reagieren Menschen empfindlich, wenn jemand zu viel Parfüm aufträgt. Der Deutsche Verband der Riechstoff-Hersteller hat eine Faustregel erstellt: Je später die Stunde, desto konzentrierter darf das Duftwasser sein. (dpa)
Die Geschichte der Parfums bei Planet wissen
|
|