Samstag, 25. November 2017

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Wohin die Reise auch geht - die meisten bevorzugen Urlaub in den Bergen oder am Meer

Zugspitze oder Mittelmeer? Die einen liegen am liebsten am Strand, die anderen lieben Gipfelblicke. Beide Landschaften faszinieren Millionen von Urlaubern. Denn die wichtigsten Reiseziele haben fast immer Meerblick oder Berge am Horizont.

Aber wie kommt das?

„Es gibt zwei Grundmotive, warum Menschen Urlaub machen: den Wunsch nach Erholung und den nach Kontrast zum Alltag“, sagt Prof. Ulrich Reinhardt. „Alle anderen Kriterien, Exotik, Erotik, Kultur, Essen sind nachrangig“, erklärt der Leiter der Stiftung für Zukunftsfragen.

Und in dieser Hinsicht haben Landschaften wie Berge und Meer einfach viel zu bieten. Historisch gesehen ist der Tourismus in großem Stil vor gut 150 Jahren in der Schweiz gestartet: „Die Ursprünge waren der Bergtourismus und der Alpinismus.“ Damals entwickelte der Brite Thomas Cook das Konzept der Pauschalreise.

Und dabei ging es zunächst einmal in die Alpen. Erst später kam dann der zweite große Tourismustrend Richtung Mittelmeer. „Das war in den 1960er Jahren“, sagt Prof. Reinhardt, als die Deutschen mit dem Käfer an die Riviera oder mit dem Flieger nach Palma de Mallorca durchstarteten.

Anders als der Alltag

Berglandschaften mit ihren Gipfelriesen wirken oft als Gegenentwurf zur Alltagsumgebung: „Die Berge sind einfach unglaublich massiv und dadurch faszinierend“, sagt Thomas Vetsch von Schweiz Tourismus.

Er kommt selbst aus der Schweiz, dem Land, in dem es allein 48 Viertausender gibt und Berge wie das Matterhorn, die Jungfrau oder den Eiger. „Wenn man sich vorstellt, welche Kräfte da gewirkt haben, diese Giganten der Alpen aufzutürmen, fühlt man sich gleich ganz klein, das ist ein Erlebnis, das viele machen.“

Diese Begeisterung für die Bergwelt teilt nicht jeder: „Ich fühle mich da eingeengt und mache dort nur selten Urlaub“, sagt die Wirtschaftsjournalistin Eva Tenzer. Sie zieht es ans Wasser. „Es gibt einen wichtigen Unterschied zu allen anderen Landschaften“, so Tenzer.

Passives Genießen

„Man hat dort die Möglichkeit zum passiven Genießen. In den Bergen wandert man oder will sogar auf die Spitze“, erklärt die Autorin. Woher es kommt, dass die einen lieber ans Meer fahren und die anderen in die Berge?

„Das hat sicher etwas mit Prägung zu tun, mit der eigenen Biografie“, sagt Tenzer. Es hängt aber auch stark von der jeweiligen Lebensphase ab, betont Prof. Reinhardt: „An der Küste machen dreimal so viele Familien Urlaub, in den Bergen dreimal so viele Ältere. Gleichzeitig sei der Anteil kinderloser Paare in den Bergen höher als an der See.

Da könnte sich in den kommenden Jahren allerdings einiges tun: „Die Zielgruppe Familie wird kleiner und damit auch die Zahl der Touristen mit einer Vorliebe fürs Meer.“ Für die Tourismusbranche sei deshalb eine der künftigen Herausforderungen, mehr Ältere für den Urlaub am Strand zu begeistern – statt sie an die Berge zu verlieren.

tmn

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