Mittwoch, 13. Dezember 2017

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Peru bietet zahlreiche Naturschauspiele. Ein ganz besonderes ist der Rainbow Mountain Von Steffen Trumpf

Guillermo drückt aufs Tempo. Der Guide aus der peruanischen Touristenhochburg Cusco hat einen strikten Zeitplan für den heutigen Tagesausflug. Auf den ersten Touren, die er auf den Vinicunca angeboten hat, ist er immer mal wieder in Verzug geraten.

Manche schaffen den Aufstieg in drei Stunden, andere brauchen länger – und wollen am liebsten gar nicht mehr herunter, nachdem sie einen Blick auf die surreale Optik des Berges geworfen haben. Der Tourismus am Vinicunca muss sich erst noch einspielen. Vor gut zwei Jahren haben Reiseagenturen ihn für sich entdeckt. Nicht einmal im aktuellen Lonely Planet ist der Berg zu finden. Das dürfte sich bald ändern.

Der Berg in der Nähe des mächtigen Ausangate entwickelt sich momentan zu einer echten Touristenattraktion, die es mit dem Machu Picchu und den anderen Höhepunkten des südamerikanischen Landes aufnehmen will. Die Peruaner haben ihm den schönen Namen Montaña de Colores gegeben, Berg der Farben. Unter Reisenden hat er einen ähnlichen Namen erhalten: Rainbow Mountain – Regenbogenberg. Das ist nicht übertrieben. Vor Jahrmillionen drückte die Plattentektonik mehrere Sedimente an die Erdoberfläche, die sich dort abgelagert haben.

Früher Start

Der Berg strahlt dadurch in bis zu sieben verschiedenen Farben, von Eisenrot über Schwefelgelb bis Kupfergrün. Die Fahrt zum Rainbow Mountain ist aufreibend. Wer als einer der Ersten am Berg sein möchte, der startet in Cusco schon um 3 Uhr in der Früh. Auf das Kopfsteinpflaster der früheren Inka-Hauptstadt folgt eine wilde Fahrt gen Südosten, ehe es über eine Schotterpiste hinauf auf fast 4500 Meter über dem Meeresspiegel geht. Belohnt wird die komfortfreie Fahrt mit Blicken auf die spektakuläre Gebirgslandschaft, erste Alpaka-Herden sowie der Aussicht auf Frühstück und einen sechs Kilometer langen Weg durch ein beeindruckendes Tal.

Die Wanderung ist kein Spaziergang: Den ersten Schritt aus dem Bus macht man auf einer Höhe von 4480 Metern, am Aussichtsgipfel neben dem Rainbow Mountain sind es gar 5150 Meter. Selbst für Trainierte ist die Wanderung anspruchsvoll. Manche gönnen sich den Luxus, per Pferd hinaufgebracht zu werden. Die Vierbeiner warten im Tal wie an einem Taxistand. Kostenpunkt: gut 30 Dollar.

Je höher man kommt, desto günstiger (und verlockender) werden die Angebote, sich doch von einem Pferd nach oben tragen zu lassen. Die Aussicht auf den Rainbow Mountain entschädigt für jeden Schmerz, den der Anstieg in Beinen und Lunge verursacht haben mag. Mit der streifenförmigen Anordnung der Sedimente sieht der Berg aus der Nähe tatsächlich ein wenig wie ein Regenbogen aus. Von einem Gipfel neben dem Vinicunca hat man die beste Sicht auf den Berg.

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