Bis zur Jasminrevolution im Januar dieses Jahres stand Tunesien für Sonne, Strand und All-Inclusive-Urlaub. Doch seit dem Sturz von Präsident Ben Ali bleiben die Touristen aus - ein Grund mehr, gerade jetzt hinzufahren. Man genießt Tunesien ohne Urlaubermassen. Zum Beispiel in der verträumten Küstenstadt Mahdia, wo man Minztee am Meer trinkt und den Spuren längst vergangener Zeiten folgt.
Erholung, Meer und Kultur
Heiß, bitter und zuckersüß läuft der orientalische Minztee die Kehle hinunter. Der Blick schweift über das dunkelblaue Meer, die Haare werden vom Seewind verwuschelt. Mitten in die Klippen hinein gebaut, thront das strahlend weiße Caféhaus Sidi Selim über der Küste Mahdias. Kellner im elegantem Schwarz-Weiß balancieren Tabletts zwischen den Tischen hindurch, an denen aufgebrezelte Tunesierinnen und alte Seebären sitzen und den Meerblick genießen.
Den Geist vergangener Tage spüren
Rechts vom Café Sidi Selim geht es auf einer Landzunge in die geschichtsträchtige Vergangenheit der Stadt. Ein kleiner Weg führt hier an den Ruinen fatimidischer und osmanischer Gebäude vorbei. Im letzten Drittel der Landzunge erstreckt sich ein alter muslimischer Friedhof weitläufig über sanfte Hügel. Seine verwitterten Grabsteine leuchten in der grellen Sonne überirdisch weiß. Jeden Frühling legt sich ein Teppich aus gelben Blumen über die Gräber.
Am Ende der Landzunge, dem sogenannten Cap Afrique, ist der Geist vergangener Zeiten zu spüren. Hier stehen die imposanten Überreste eines Steinbogens wie ein Tor zur See. Dahinter erstreckt sich das Meer glitzernd bis zum Horizont. Wer von hier aus schon alles aufs Wasser geblickt hat und das Tosen der Brandung gehört hat? Solche Gedanken gehen einem auf dem Rückweg zum Café durch den Kopf. Schnell noch ein Minztee, um die Geister der Vergangenheit zu vertreiben. Am Horizont leuchtet es hell.
Informationen:
Fremdenverkehrsamt Tunesien, Bockenheimer Anlage 2, 60322 Frankfurt, Telefon: 069/13 38 350, E-Mail: info@tunesien.info (dpa)
|
|