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Foto: Sebastian Kretz

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Klettern, Kajak, Bungee, Ski, Berge, Meer: Meist sind das die Gründe, um Neuseeland zu bereisen. Doch der Inselstaat im Südpazifik hat auch kulinarisch einiges zu bieten.

Schon die Anfahrt von der Pazifikküste zum Städtchen Wanaka im Herzen der neuseeländischen Südinsel führt durch einen einzigen Obstgarten. Gleich am Straßenrand werden Kirschen, Äpfel und Aprikosen in Papiertüten oder zu frischem Eis verarbeitet verkauft.

Der Highway Nummer sechs führt weiter zu dem 5000-Einwohner-Ort Wanaka am gleichnamigen See. Die Gegend hat sich in den vergangenen Jahren zu einem bemerkenswerten Weinanbaugebiet gewandelt. Der schönste Weinberg liegt direkt am Lake Wanaka und heißt Rippon. Beste Lage am Nordhang – auf der Südhalbkugel ist das die Sonnenseite. Unterhalb der Reben beginnt direkt der See, und weil hinter diesem wiederum die Berge aufsteigen, regnen sich sämtliche Wolken zuverlässig über den Rippon-Trauben ab.

„Wir wollen einen Wein machen, der sich von anderen unterscheidet“, sagt Winzer Nick Mills. Detailreich, präzise und klar seien seine Weißen, sagt Mills, und das liege vor allem am Schieferboden. Wer dem Weinkenner-Jargon nicht traut, überzeugt sich selbst im Rippon-Besucherzentrum, kostet blumigen Gewürztraminer oder frischen Riesling und sollte nicht weiterfahren, ohne wenigstens eine Flasche einzupacken.

Mindestens zwei Möglichkeiten gibt es, diese von ihrem Inhalt zu befreien. Die bequeme Variante ist eine Wanderung durch die Reben bis zum Ufer des Sees, an dem ein kleiner Weg verläuft. Dort auf einer Bank sitzend den Wein zu entkorken, gewährt einen bezaubernden Blick auf die bewaldete Ruby Island und die kahlen Gebirgszacken dahinter.

Reizvolle Wege

Eindrucksvoller, allerdings auch aufwendiger ist es, die Flasche einstweilen in den Rucksack zu packen und ein paar Kilometer nordwestlich von Wanaka auf den 1600 Meter hohen Roys Peak zu wandern. Auf den ersten Blick wenig reizvoll, führt der Weg etwa zweieinhalb Stunden lang Kehre um Kehre über die graubraune Bergflanke hinauf. Dann erst erreicht man den Kamm und hat plötzlich eine beeindruckende Sicht: Nach Nordwesten hin sprenkeln Hügel, Landzungen, hell- und dunkelblaue Seen die Strecke bis zu den weißen Flanken der Alpen, und darüber spannt sich, von Wolkenfetzen betüpfelt, der weite neuseeländische Himmel.

Mit dieser Aussicht geht es eine weitere Stunde auf dem Grat bis zum Gipfel. Da ist es spürbar kühler als unten, aber wer eine Jacke eingepackt hat, sollte sich der mitgebrachten Flasche spätestens jetzt widmen. Der Abstieg ist weniger anstrengend, dauert aber lange genug, um sich erste Gedanken über das Abendessen zu machen.

Gut, dass die Neuseeländer Alternativen zur fleisch- und fettlastigen, gleichwohl Tea Room genannten Imbissbude entwickelt haben. Selbst im kleinen Wanaka gibt es eine Handvoll besuchenswerter Restaurants. Das „White House“ etwa, namensgemäß getüncht, palmenumstanden, ist mit einem bezaubernden Garten und mediterraner Küche gesegnet: zum Beispiel geräucherte Muscheln auf Linguine oder parmesanüberbackene Aubergine. Es versteht sich – trotz europäischer Küche – von selbst, dass als Begleitung nur der ortseigene Wein infrage kommt.

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