Sonntag, 24. September 2017

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Wer Urlaub am Golf von Neapel macht, hat es nicht weit bis Ischia. Die Insel direkt vor der Küste ist schnell mit der Fähre oder dem Tragflächenboot erreicht. Wandern ist dort eine vielversprechende Option: hoch auf den Gipfel des Epomeo zum Beispiel. Von Detlef Berg

Schon am frühen Morgen herrscht Hochbetrieb am Hafenkai von Neapel. Reiseleiter schwenken bunte Fähnchen. Hektisch versuchen sie, ihre Touristengruppen auf das richtige Fährschiff oder Tragflächenboot zu lotsen. Von dort starten zahlreiche Ausflüge nach Capri und auch nach Ischia. Die Fahrt mit der Fähre dauert 45 Minuten. 

Vom Sonnendeck aus lässt sich entspannt beobachten, wie die von Castel Nuovo und Castel dell’Ovo geprägte Silhouette von Neapel langsam verschwindet. Bei gutem Wetter zeigt sich der Vesuv am Horizont. Später tauchen die Landspitze von Capo Miseno und der kleinen Insel Procida auf, dann steuert der Kapitän die Fähre auch schon ins kreisrunde Hafenbecken von Ischia Porto.

Zahlreiche Taxifahrer umwerben die Passagiere. Mit dreirädrigen Gefährten befördern sie die Gäste zu ihren Quartieren. „Das war auch schon Ende der 1950er Jahre so“, erinnert sich der 80-jährige Antonio di Meglio. „Ich habe schnell gelernt, dass man mit Touristen mehr Geld verdienen kann als mit Weinbergen.“ Zunächst sei er nur mit dem Taxi unterwegs gewesen. Später hat er Gäste, die eine Unterkunft suchten, im Wohnhaus der Eltern einquartiert. Da lag es nahe, ein eigenes kleines Gästehaus zu bauen.

Mit Brunhilde ins Glück

Eine Frau aus Deutschland wäre perfekt fürs Geschäft, dachte er. Und dann stand eines Tages Brunhilde aus Hagen am Hafen und wartete auf ein Taxi. „Als ich sie sah, wusste ich sofort, das ist genau die Frau, die ich suche. Natürlich war auch Liebe im Spiel“, sagt er lachend. Heute führen die beiden Kinder Andrea und Giovangiuseppe die zum Mittelklassehotel gewachsene Herberge weiter. 

Die meisten Gäste kommen immer noch zum Badeurlaub. Doch gerade Besucher aus Deutschland haben Ischia auch als Wanderziel entdeckt. „Ischia ist eine grüne, durch vulkanische Aktivitäten geprägte Insel“, sagt Andrea di Meglio, die wöchentlich bei mehreren Wandertouren durch Weinberge und schattige Wälder führt. Eine der schönsten beginnt in Ischia Ponte. Zwar hat sich das Dorf auf den Tourismus eingestellt, aber verwinkelte Gassen mit alten Häusern haben bis heute viel Charme. Überragt wird der Ort vom Kastell der Aragoneser. Das etwas höher gelegene Dörfchen Campagnano bietet nach rund 20 Minuten Wanderung den schönsten Blick auf die Burganlage. 

Nach einer weiteren halben Stunde taucht Torri di Campagnano auf. Nur noch wenige alte Bauernhäuser sind im winzigen Dorf bewohnt. Das Panorama ist postkartentauglich - und der Blick reicht bis hinüber zum benachbarten Capri. Ein Klassiker bei den Wanderungen ist der Aufstieg zum Gipfel des Epomeo. Mit 789 Metern ist der Vulkankegel Ischias höchster Berg. Und auch hier werden die Mühen des Aufstiegs mit einem fantastischen Rundumblick belohnt. 

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