Samstag, 23. August 2014

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In das neue „Forum für Bildung und Energie“ wurden Reste der Mangoldburg integriert. Tradition und Moderne gehen hier Hand in Hand. Das kommt bei Einheimischen und Touristen gut an. Von Diana Pfister.

Die Besucher der Volkshochschule Donauwörth im Spindeltal haben es auch jetzt im Winter wohlig warm. Die neuen Räume des Niedrigenergiehauses des „Forums für Bildung und Energie“ werden mit einem Gemisch aus Erdwärme und Strom auf angenehme Temperaturen beheizt. Der Alltag vor rund tausend Jahren auf Burg Mangoldstein, die sich an gleicher Stelle wie die Vhs befand sah um einiges anders aus.

Entbehrungsreiches Leben

Im Winter herrschte oft bittere Kälte, da nicht alle Räume der Burg mit Feuerstellen oder offenen Kaminen beheizbar waren. Zudem war es zugig, weil es noch keine Glasfenster gab. So wurden Öffnungen notdürftig mit Tierhäuten verhangen. Abortgruben im Hof verbreiteten einen unangenehmen Geruch. Statt Energiesparlampen oder LED-Leuchten spendeten damals Talglampen ein rußiges Licht. Heute lassen archäologische Funde und Burgreste erahnen, wie entbehrungsreich das Leben im 12. und 13. Jahrhundert ausgesehen hat.

Im 11. Jahrhundert war die Burg im Besitz der Ritterfamilie Mangolde und ging dann an die Staufer über. Bei Besitzstreitigkeiten zwischen Staufern und Habsburgern wurden zu Beginn des 14. Jahrhunderts große Teile der Burg zerstört, sodass die Burg aufgegeben wurde, die Steine abgetragen und für den Bau des Rathauses verwendet wurden. Letzte Reste – so dachte man – wurden im Zweiten Weltkrieg zerstört. Dies sollte sich als falsch erweisen.

Die Mangoldburg taucht auf

Lange Zeit gingen Historiker und Archäologen davon aus, dass der Mangoldfelsen das einzige nennenswerte Überbleibsel der Burg ist. Erst 2008 konnte dieser Irrtum beim Bau der neuen Vhs aufgeklärt werden.

Die Entdeckung wesentlicher Teile der mittelalterlichen Burg, darunter mannshohe Mauerabschnitte, stoppte die Bauarbeiten und rief ein ganzes Archäologenteam des Landesamtes für Denkmalpflege Thierhaupten auf den Plan. Die Funde wurden nicht nur gesichert und dokumentiert, sondern auch in die Architektur der neuen Vhs integriert.

Besondere Herausforderung

Ganz einfach war das Vorhaben nicht. Denn der sumpfige Grund der ehemaligen Wasserburg sowie die historisch wertvollen Relikte stellten das Münchner Architekturbüro Mann + Partner vor eine besondere Herausforderung. Im Juni 2012 jedoch konnten die Bauarbeiten weitestgehend abgeschlossen werden und das „Forum für Bildung und Energie“ konnte seine neuen Räume beziehen.

Das auffällige Gebäude mit seinen breiten, modern gehaltenen Fensterfronten einerseits und den darin eingebetteten Relikten einer längst vergangenen Zeit ist im Stadtbild Donauwörth ein Hingucker sowohl für Einheimische als auch für Touristen. Gudrun Reißer, Geschäftsführerin der Vhs, beobachtet es immer wieder durch die großen Fenster ihres Büros, die den Blick auf die Promenade freigeben: „Wenn ich sonntags an meinem Arbeitsplatz sitze, sehe ich scharenweise Leute, die sich das anschauen wollen.“

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