Mittwoch, 22. Oktober 2014

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Arbeitnehmer müssen ihren Vorgesetzen nichts über ihre Krankheiten erzählen. Das gilt auch für die Infektion mit HIV. Was aber, wenn der Personaler im Bewerbungsgespräch sich trotzdem nach Aids erkundigt?

Infizieren sich Arbeitnehmer mit HIV, müssen sie ihrem Chef davon nichts sagen. «Der Arbeitgeber hat keinen Rechtsanspruch, davon zu wissen», sagt Nathalie Oberthür, Fachanwältin für Arbeitsrecht aus Köln. Im Gegenteil: Sie rät, im Job lieber nichts zu erzählen. Denn die Gefahr sei groß, dass die Infizierten anschließend benachteiligt werden. Nur bei einem sehr guten Verhältnis, sollte der Mitarbeiter mit dem Vorgesetzen über die Infektion sprechen.

Von diesem Grundsatz gibt es jedoch eine Ausnahme: Unter Umständen müssen Mitarbeiter ihren Vorgesetzten in Kenntnis setzen - und zwar dann, wenn die Gefahr besteht, im Job Dritte anzustecken. Das betrifft etwa Ärzte, Krankenschwestern und Angestellte in der Medikamentenherstellung, erläutert Oberthür.

Auch im Bewerbungsgespräch sind alle Fragen nach einer HIV-Infektion oder einer Aids-Erkrankung tabu. «Fragt der Personaler danach, darf der Bewerber sogar lügen», sagt Oberthür. Rechtliche Konsequenzen - etwa eine Anfechtung des Arbeitsvertrags - muss er in diesem Fall nicht befürchten.

Grundsätzlich rät Oberthür davon ab, in einem Bewerbungsprozess von einer HIV-Infektion zu erzählen, wenn keine Gefährdung Dritter zu befürchten ist. Die Wahrscheinlichkeit sei groß, dass der Bewerber aus diesem Grund den Job nicht bekomme. (dpa)

In Deutschland stecken sich nach Schätzungen des Berliner Robert Koch-Instituts (RKI) jeden Tag rund 10 Menschen neu mit HIV an. Damit ist die Zahl der Ansteckungen in den vergangenen Jahren nicht gesunken. Sie steigt nach den bisherigen Beobachtungen eher wieder leicht an. Für das Jahr 2012 liege die geschätzte Zahl aller HIV-Neuinfektionen bei rund 3400 Menschen, sagte RKI-Experte Osamah Hamouda. Hauptgrund ist nach wie vor ungeschützter Sex ohne Kondom.

Nach den jüngsten Schätzungen des RKI leben in Deutschland zurzeit 78 000 Menschen mit HIV/Aids. Dank effektiver Therapien wächst ihre Zahl kontinuierlich an: Seit Mitte der 90er Jahre hat sie sich verdoppelt und wird voraussichtlich in den nächsten Jahren weiter steigen. «Es stecken sich aktuell mehr Menschen neu an als Patienten in Behandlung kommen», erläuterte Hamouda. Damit wachse der Pool von Infizierten, die HIV weitergeben können.

«Mit Tests und Therapien allein lässt sich diese Epidemie nicht stoppen. Da bleibt immer eine Lücke», ergänzte der Experte. «Wenn sich die Bereitschaft, Kondome zu nutzen, nicht stark verändert, wird es auch weiter zu neuen Infektionen kommen.» HIV-Infektionen erfolgen oft unbemerkt. Ansteckung und HIV-Test können deshalb zeitlich weit auseinanderliegen. Deshalb kann das RKI die Zahl der Neuinfektionen pro Jahr nur schätzen.

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