Sonntag, 26. Mai 2013

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Das Tempo in der Arbeitswelt nimmt immer weiter zu. Damit steigen auch die psychischen Belastungen für Arbeitnehmer. Bei vielen schlägt das auf die Gesundheit - besonders bei Frauen.

Die E-Mail vom Chef beim Abendessen lesen, die Telefonkonferenz am freien Tag leiten, das neue Projekt noch im Urlaub anschieben: Permanente Erreichbarkeit und die Vermischung von Beruf und Privatleben sind nur zwei von vielen Gründen, warum der Job immer mehr Menschen belastet. Dieser Arbeitsstress hat zu einem drastischen Anstieg der Fehltage wegen psychischer Erkrankungen geführt, wie aus der Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Anfrage der Linkspartei hervorgeht, die der Nachrichtenagentur dpa vorliegt. Demnach gab es 2001 deutschlandweit 33,6 Millionen Fehltage wegen psychischer Störungen, 2010 waren es 53,5 Millionen. Ihr Anteil an allen Fehltagen stieg damit von 6,6 auf 13,1 Prozent.

Weitere Gründe für den Psychostress am Arbeitsplatz sind die Beschleunigung der Arbeitsprozesse, steigende Anforderungen, höhere Eigenverantwortung sowie berufliche Unsicherheit. Zudem listet das Ministerium zunehmende Mobilitätsanforderungen, immer instabilere soziale Beziehungen aufgrund häufiger Berufs- und Ortswechsel und wachsende Konkurrenz am Arbeitsplatz auf.

Besonders gefährdet sind laut Ministerium Frauen: So liegen die durchschnittlichen Fehltage je 100 Versicherte in der Diagnosegruppe psychische Probleme bei Frauen mit 242,1 (2010) deutlich höher als bei Männern (2010: 137,8 Tage). Auch die Zahl der weiblichen Beschäftigten, die aufgrund psychischer Erkrankungen 2010 in die Erwerbsminderungsrente gingen, ist mit 39 248 Fällen höher. Bei den Männern waren es im selben Jahr 31 698.

Besonders viele Fehltage verzeichnen laut Arbeitsministerium Beschäftigte im Sozial- und Erziehungsbereich, Gesundheitsdienst und in der Papierherstellung und im Druck. Viele Leiharbeiter arbeiteten zudem unter Bedingungen, «die die Gesundheit negativ beeinflussen können», heißt es. Sie seien etwa schlechter qualifiziert, mit ihrem Job unzufriedener und hätten ein höheres Risiko, ihre Arbeit zu verlieren. (dpa)

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