Mittwoch, 28. Juni 2017

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Mobbing ist kein Zufall. Ein mieses Arbeitsklima und eine schlechte Gesprächskultur im Betrieb sind zwei Risikofaktoren dafür. Wo nicht über Konflikte gesprochen wird, ist es besonders leicht, Einzelne anzugreifen und fertig zu machen.

Haben Berufstätige das Gefühl, dass sich das Arbeitsklima im Büro verschlechtert, sollten sie das ansprechen. Dann könnten Teams gemeinsam den üblichen Umgangston überdenken und nach neuen Umfangsformen suchen. Die so entstehende Gesprächskultur beuge wiederum Mobbing vor, sagt Christa Roth-Sackenheim vom Berufsverband Deutscher Psychiater (BVDP). Mobbing trete häufig in Teams auf, in denen es keine oder eine schlechte Gesprächskultur gibt. Eine einzelne Person über Monate hinweg regelmäßig anzugreifen und auszugrenzen, sei dann besonders leicht.

Auch eine schlechte Arbeitsorganisation mit unklarer Aufgabenverteilung begünstigt Mobbing nach Überzeugung der Expertin. Die Folge der schlechten Organisation sei häufig Überforderung, Leistungsdruck und Stress über einen längeren Zeitraum hinweg. In einer solch angespannten Situation passiere es dann häufig, dass sich Fehler oder Versäumnisse häufen und dafür ein Schuldiger gesucht wird. Zum Mobbing ist es dann nicht mehr weit.

Wer von Mobbing betroffen ist, sollte versuchen, sich nicht in die Opferrolle drängen zu lassen, sagt Roth-Sackenheim. Auch wenn es schwer fällt: Betroffene gehen am besten auf den mobbenden Kollegen zu und bitten um ein Gespräch unter vier Augen. Bei dem Gespräch könnten eventuell vorhandener Neid gedämpft und Missverständnisse ausgeräumt werden. Außerdem bekomme der Mobber so die Chance, einzulenken und sein Verhalten zu ändern, ohne dabei sein Gesicht zu verlieren. (dpa)

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