Montag, 24. Juli 2017

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Ein Haus am Fluss oder mit Blick aufs Tal? Was wie ein Wohntraum aussieht, kann schnell zum Albtraum werden. Denn der Klimawandel führt dazu, dass Immobilien in Zukunft extremen Wetterereignissen ausgesetzt sind.

Gefahren durch Überschwemmungen, Stürme, Hitze oder Stark–regen sollten daher schon bei der Grundstückswahl bedacht werden. Architekt Sven Hau–stein von der Bausparkasse Schwäbisch Hall erklärt, nach welchen Kriterien Bauherren das Grundstück auf Herz und Nieren prüfen sollten.

Wasser mit Abstand genießen: Der Blick aufs Wasser ist traumhaft, doch Gewässer in der Nähe der eigenen Immobilie bergen auch Gefahren: Bei starken Regenfällen können selbst kleine Bäche oder Rinnsale zu reißenden Strömen anwachsen. Gerade bei Grundstücken in Mulden- oder Hanglage steigt durch vermehrte Starkregenereignisse das Risiko, dass Grundwasser ins Haus eintritt. Ist geplant, die künftige Immobilie in solch einem Risikogebiet zu errichten, müssen strenge Vorgaben und Auflagen befolgt werden – vorausgesetzt, die Baugenehmigung wird überhaupt erteilt.

Die konkreten Maßnahmen, wie Verzicht auf einen Keller, legen die Kommunen und Bauämter fest. Haustein empfiehlt: „Ob eine Gefährdung des Traumgrundstücks besteht oder in Zukunft entstehen könnte, sollten Interessenten bei der Kommune anfragen. Auch Geologen geben über das Baugrundgutachten in der Regel Auskunft über die Grundwasserverhältnisse.“

Umgebung berücksichtigen:

Fliegende Äste, lose Dachziegel – Angriffsfläche für Sturm bieten Häuser, die auf einer freien Fläche oder einer Erhöhung errichtet wurden. Insbesondere Böen und Fallwinde sind tückisch: Sie wirken bis zu viermal so stark auf ein Gebäude ein wie der Sturm selber.

Eine sturmsichere Planung der anfälligen Bereiche wie Fassade oder Dach schützt die eigenen vier Wände langfristig. „Vor Beginn der Bauarbeiten sollten außerdem die Bäume auf dem Grundstück geprüft werden“, rät Haustein. „Die Windrichtungen und alle Baumbestände am besten in den Bauplan einbeziehen.“

Hitzeinseln meiden: Gute Infrastruktur ist wichtig, doch dicht besiedelte Stadtgebiete haben auch Nachteile: An heißen Sommertagen steigt dort die Hitzebelastung für Gebäude und Menschen. Diese sogenannten Hitzeinseln entstehen durch die dichte Bebauung ohne Grünflächen. Nach windschwachen Sommernächten wird der Effekt besonders deutlich: Am Morgen beträgt der Temperaturunterschied zwischen Innenstadt und Umland bis zu 10 Grad Celsius.

Informationen zu wärmebelasteten Bereichen in einer Stadt erteilt das Umweltamt. Zieht es einen dennoch in ein solches Gebiet, können bauliche Schutzmaßnahmen getroffen werden. „Bäume und Grünflächen als Schattenspender helfen, das Eigenheim kühl zu halten“, erläutert Haustein. „Allerdings kann es einige Jahre dauern, bis der Schutz seine volle Wirkung entfaltet.“ pm

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