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19. Januar 2012 12:11 Uhr

Schiffsunglück

Auch Tage danach sitzt der Schrecken noch tief

Überlebende aus der Region Wertingen wissen erst jetzt , welches Glück sie bei der Rettung gehabt haben

„Wir halten uns zurück, damit wir nicht ständig mit dem Ganzen konfrontiert werden.“Rainer Hack, Hohenreichen

Hohenreichen Der Fernseher bleibt bei Rainer und Katharina Hack derzeit so gut es geht aus. Das Ehepaar aus Hohenreichen hat die Havarie des Kreuzfahrtschiffes Costa Concordia am vergangenen Wochenende hautnah miterlebt und ist mit seinen Wertinger Freunden bereits seit einigen Tagen wieder zurück in der Heimat. Dennoch sitzt der Schrecken des Erlebten tief.

„Wir halten uns zurück, damit wir nicht ständig mit dem Ganzen konfrontiert werden.“ Rainer Hack, der am Montag von der Reederei angerufen wurde, da er zu diesem Zeitpunkt noch als vermisst galt, ist einigermaßen gefasst. „Bei mir geht es, aber es liegt wohl daran, dass ich so viel zu erledigen habe. Meiner Frau geht es nicht so gut.“ Die 38-Jährige kam mit ihrem Mann sowie den gemeinsamen Freunden Peter Uhl und Alfred Semelink auf einem der letzten Boote von Bord des sinkenden Schiffes auf die Insel Giglio. Peter Denzel und dessen Lebensgefährtin Birgit Schretzmeir warteten auf der anderen Seite des Schiffes zu diesem Zeitpunkt auf Rettung. Nach den ersten aufwühlenden Tagen und dem großen Medieninteresse wird den sechs Überlebenden aus unserer Region immer stärker bewusst, wie viel Glück sie hatten, lebend von Bord zu kommen.

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„Der 13. ist sowieso mein Glückstag.“ Trotzdem ist Rainer Hack fassungslos, dass der Kapitän jetzt sogar auf Drogen hin untersucht wurde. Der 41-Jährige gibt dennoch nicht ihm allein die Schuld: „Es gibt an Bord ja noch andere hochrangige Offiziere.“ Allein beim Kapitänsdinner am Tag vor dem Unglück saßen bei ihm am Tisch noch acht weitere Führungskräfte. „Und das Schiff fuhr trotzdem. Er hat zwar die Verantwortung, aber da waren mindestens noch fünf weitere Offiziere auf der Brücke.“ Es hätte also ausreichend Verantwortliche gegeben, die eine vernünftige Rettungsaktion durchführen hätten können. Es jetzt nur ihm alleine in die Schuhe zu schieben, ist für den Hohenreichener nicht korrekt.

Erlebnisse in den nächsten Wochen verarbeiten

Rainer Hack befürchtet jedoch, dass letztendlich mehr Todesopfer als bisher gemeldet, zu beklagen sein werden. Er selbst, seine Frau und seine Freunde haben zwar überlebt. Die Erlebnisse werden sie allerdings nicht so schnell vergessen und müssen sie in den nächsten Wochen verarbeiten.

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