Landkreis Dillingen Seit etwa 50 Millionen Jahren gibt es Fledermäuse. Sie bevölkerten bereits den Erdball, als noch Dinosaurier durch die Lande zogen. Für den Kreisvorsitzenden des Bundes Naturschutz (BN), Dieter Leippert, sind Fledermäuse wichtige Tiere, denn sie zeigen auch an, wie es um den Zustand eines Lebensraums bestellt ist. Beim Gespräch mit der WZ hat der Naturschützer einen Großen Abendsegler dabei. Von Berthold Veh
Die Fledermaus war jetzt bei der Lauinger Berufsschule gefunden worden. Leippert füttert das Säugetier bei sich zu Hause im Keller durch, denn es würde den Winter sonst wohl nicht überleben.
Der Fledermaus-Schutz hatte für die BN-Kreisgruppe im zu Ende gehenden Jahr große Bedeutung. Im neuen Gewerbegebiet im Höchstädter Westen waren Quartierbäume der Fledermäuse verpflanzt worden. Leippert bemängelt, dass die festgelegten Ausgleichsmaßnahmen nicht eingehalten worden seien. Eine sechs Meter breite Hecke sei zunächst nicht gepflanzt, die vorgesehenen Fledermaus-Kästen nicht angebracht worden. Für Leippert und die BN-Kreisgruppe ist dies inzwischen eine grundsätzliche Sache: "Wir schauen künftig bei den Ausgleichsmaßnahmen, die in Bebauungsplänen festgelegt werden, genau hin." Oft seien in der Vergangenheit in den Plänen "blühende Landschaften" versprochen wurden. Leippert sagt jedoch: "Ich glaube, dass weit über 50 Prozent davon nicht eingehalten wurden." Natürlich habe der BN nicht die Zeit, jeden Bebauungsplan durchzugehen. "Wir werden die Sache aber stichprobenartig überprüfen", betont der biologisch-technische Assistent an der Ludwig-Maximilian-Universität in München.
Auch beim Bau der neuen B16 in Dillingen gehe es für den Bund Naturschutz darum, darauf zu achten, dass die getroffenen Vereinbarungen eingehalten werden. An der Egau bei Donaualtheim treffe eine "Fledermaus-Autobahn" auf die neue Bundesstraße. Die Fledermaus brauche von der Flusshöhe bis zur Unterkante der Brücke einen Abstand von 4,50 Metern, erklärt der 45-Jährige. Weil solch ein hohes Bauwerk aber illusorisch sei, müssten Überleiter angebracht werden, damit die Säugetiere die Brücke überfliegen.
Beim Lückenschluss in Höchstädt ärgert sich Leippert über die Stadt, die in der Ausgleichsfläche für ein zerstörtes Biotop inzwischen einen Schotterweg angelegt habe. "Wir sind entschlossen, da nicht nachzugeben", sagt der BN-Kreisvorsitzende. Höchstädt müsse den Schotterweg wieder abtragen. Auf dieser Fläche sollen Feuchtmulden für Frösche und Molche geschaffen werden.
Mit Zufriedenheit hat Leippert die Entscheidung des Bundesverkehrsministeriums zur neuen B16 in Höchstädt aufgenommen. "Wir hätten die Bahntrasse als Kompromiss zwischen Nord und Süd für sinnvoller gehalten." Der Bund Naturschutz könne aber mit der Nordtrasse durchs Wasserschutzgebiet, mit der jetzt geplant werde, leben. Seine Position zur Windkraft habe der BN festgelegt. "Wir sind grundsätzlich für Windkraft, aber nicht überall", sagt Leippert.
Die Naturschützer sind beispielsweise gegen Windräder im Wittislinger Wald. In Ziertheim seien die Untersuchungen noch nicht abgeschlossen. Dort, so Leippert, könne er sich Windkraftanlagen eher vorstellen.
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