Mittwoch, 23. August 2017

05. August 2017 13:00 Uhr

Flugsport

Die Rhönlaus geht nach 41 Jahren wieder in die Luft

Wolfgang Schäffler hat mit zwei jungen Männern einen Segelflugoldtimer restauriert. Nun geht es auf den zweiten Jungfernflug

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 Es war zwar kein großer Absturz. Aber doch einer mit großen Folgen. Seit 41 Jahren ist das rot-weiße Segelflugzeug nicht mehr am Himmel gekreist. Nach einem Sturz von der Hallendecke bei ihrem alten Eigentümer schien die „Rhönlaus“, das Schleicher Ka 3-Segelflugzeug, ein hoffnungsloser Fall. Bis sich Wolfgang Schäffler aus Gundelfingen der Sache annahm. Vor zwei Jahren, erzählt er, kamen sein Sohn Thomas und Raphael Nothofer, ein befreundeter junger Flieger, auf den 58-Jährigen zu. Bei einem Oldtimertreffen hatten sie von dem Flugzeug gehört. Und Wolfgang Schäffler schließlich überredet, es gemeinsam herzurichten.

Mit alten Segelfliegern hatte Schäffler da schon Erfahrung. Der passionierte Segelflieger besitzt den Werkstattleiterschein und die Amateurbauberechtigung, hat schon so manchem alten Schätzchen wieder Flügel verliehen. Und so stimmte Schäffler zu. Pfingsten 2015 legten sie los. Ein Jahr später wollten sie fertig sein. Nun, pünktlich zu den Oldtimertagen des Luftsportvereins Gundelfingen, haben sie es geschafft. Dass es so lange dauern würde, sagt Schäffler, habe man am Anfang nicht gedacht. Was der Grund für die Verzögerung war, wird deutlich, wenn man Schäffler danach fragt, was an dem Oldtimer, Baujahr 1957, alles kaputt war.

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„Die Frage ist eher: Was war nicht kaputt“, entgegnet der. Denn hinüber waren nicht nur das Leitwerk, die Flügel und der Rumpf, sondern auch die Bespannung. „Die Steuerung, die Bespannung, die Statik – wir haben im Prinzip alles neu gemacht“, sagt er. Wie viele Stunden sie gemeinsam gewerkelt haben, Schäffler und seine beiden jungen Mitstreiter haben irgendwann den Überblick verloren. Aber so manches Wochenende ging dafür drauf. Und so manche Stunde Schlaf. „Teilweise haben wir bis drei oder vier Uhr morgens gearbeitet, wenn wir etwas angefangen haben und es fertighaben wollten.“ Auch wenn die „Röhnlaus“, wie sie der Konstrukteur einst benannt hat, eine noch größere Herausforderung war, als gedacht. Aufgeben kam nicht in Frage. „Wir haben angefangen, da haben wir gesagt: Jetzt machen wir sie auch fertig.“

Und nun steht sie da, in der Halle des Luftsportvereins Gundelfingen. Bereit für ihren ersten Flug nach 41 Jahren. Am Sonntag soll es so weit sein. Und Wolfgang Schäffler gibt zu, dass das schon ein besonderer Moment sein wird, wenn er sich mit dem alten Flieger in die Lüfte erhebt. Weil sie den Oldtimer so lange fitgemacht haben. Und weil der erfahrene Pilot ein Flugzeug dieses Typs vorher noch nicht geflogen ist. Mit zehn Metern Spannweite gehört die Rhönlaus zum kleinsten, was der Segelfliegermarkt so hergibt. Von der Geschwindigkeit, dem Leistungsvermögen und der Ruderabstimmung, sagt der 58-Jährige, könne man den Segler nicht mit modernen Modellen vergleichen. „Ein modernes Flugzeug kommt aus 1000 Metern Höhe 40 Kilometer weit. Das gerade einmal 17“, erklärt er. Im Cockpit gibt es einen Fahrt- und einen Höhenmesser sowie ein Variometer. Das war’s. Funk oder Navi, ein Hilfstriebwerk für einen eigenständigen Start sucht man hier vergebens.

Doch die Rhönlaus, von der es nur noch zwei weitere zugelassene Modelle gibt, könne dafür mit etwas ganz anderem, etwas besonderem aufwarten: „Solche alten Flugzeuge haben einfach Ausstrahlung und Charakter“, sagt Schäffler. Das findet auch sein Sohn Thomas. „Die haben Ecken und Kanten, das wissen heute die meisten anderen jungen Flieger nicht mehr zu schätzen.“ Welche Ecken und Kanten der rot-weiße Segler genau hat, das wird Wolfgang Schäffler am Sonntag beim zweiten Jungfernflug herausfinden. Eines weiß er aber schon jetzt: Es wird eng werden. Ob er einen Fallschirm auf den Flug mitnimmt, das müsse man noch sehen. „Das ist die Frage, ob der da noch Platz hat“, sagt er und lacht. Sohn Thomas muss sich mit dem ersten Flug im zu dritt restaurierten Segelflieger noch ein wenig gedulden. Er hat seine Ausbildung noch nicht komplett abgeschlossen. Erst dann kann er mit der „Rhönlaus“ in die Luft gehen.

Und Vater Wolfgang Schäffler? Der hat schon die beiden nächsten Projekte im Visier. Für seinen Sohn hat er bereits damit begonnen einen weiteren Oldtimer zu restaurieren. „Und es liegen auch schon Teile eines Doppeldeckers da, den ich für einen Kollegen aus Günzburg mache.“

Oldtimer-Flugwoche Sie findet vom 5. bis 13. August auf dem Gelände des Luftsportvereins Gundelfingen statt und endet mit dem Flugplatzfest. Während der Oldtimer-Flugwoche kommen befreundete Flieger aus ganz Europa nach Gundelfingen. Wenn das Wetter es zulässt, ist die komplette Woche über Flugbetrieb. Das Flugplatzfest mit Bewirtung findet dann am 12. und 13. August statt.

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Gundelfingen | Pfingsten | Günzburg

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Ein Artikel von
Katharina Indrich

Donau Zeitung
Ressort: Lokalnachrichten Dillingen

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