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Übergangsheim  Zusamaltheim: Die sprachlichen Probleme der Asylbewerber

Übergangsheim  Zusamaltheim

Die sprachlichen Probleme der Asylbewerber

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    Nefise Ahmadi (links) und Rezay Qadir Ahmadi wohnen seit gut zwei Wochen in der Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber in Zusamaltheim.
    Nefise Ahmadi (links) und Rezay Qadir Ahmadi wohnen seit gut zwei Wochen in der Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber in Zusamaltheim. Foto: Günther Herdin

    Von Günther Herdin

    Zusamaltheim Sie kommen aus einem Land, in dem unter anderem paschtunisch gesprochen wird. Wenn sich Rezay Qadir Ahmadi und dessen Frau Nefise in ihrer Muttersprache unterhalten, versteht der Außenstehende im Normalfall nur Bahnhof. Nur gut, dass Rezay Qadir Ahmadi inzwischen schon ein paar Brocken Deutsch spricht. So kann sich der Afghane im Asylbewerberheim in Zusamaltheim wenigstens ein bisschen artikulieren, wenn es darum geht, sich nach einer Einkaufsmöglichkeit im Ort oder nach einem Menschen zu erkunden, der ihm und seinen Landsleuten die deutsche Sprache beibringt. Auch Zafar Moradi möchte so schnell wie möglich seinen bisher sehr geringen deutschen Wortschatz erweitern, um sich in seinem neuen Umfeld in Zusamaltheim besser zurechtzufinden.

    Die Suche nach einem Deutschlehrer ist nicht einfach, sagt der Heimleiter der Asylbewerberunterkunft in Zusamaltheim, Jürgen Lechner. Er selbst oder seine Kolleginnen können in der Woche nur für ein paar Stunden bei den Afghanen und Nigerianern (aus diesen beiden Ländern kommen die Asylbewerber in Zusamaltheim) sein. Lechner und seine Mitarbeiterin müssen sich nämlich auch noch um die Menschen in den Unterkünften in Oettingen, Nördlingen und Höchstädt kümmern. Deshalb wäre es für ihn und seine Kollegin sehr hilfreich, wenn Zusamaltheimer Bürger die Heimbewohner bei diversen Abläufen unterstützen würden. Eine soziale Betreuung, wie sie einige Zusamaltheimer gezeigt haben, als in den Jahren zwischen 1991 und 2007 Hunderte von politischen Flüchtlingen in der Unterkunft des ehemaligen Gasthauses Magg ein- und ausgingen.

    Bei Fahrdiensten oder Behördengängen hilfreich sein

    Zu den ehrenamtlichen Helferinnen zählte damals unter anderem Elisabeth Schwarzmann, wie sich Manuela Winkelbauer aus dem Ortsteil Sontheim erinnert. Fahrdienste organisieren, bei Behördengängen hilfreich sein oder den Fremden einfach zeigen, welche Möglichkeiten das Vereinsleben im Ort bietet – das alles hätten Frauen wie Elisabeth Schwarzmann mit in die Hand genommen.

    Je zwei Kinder in der Schule und im Kindergarten

    Für insgesamt vier Kinder im Asylbewerberheim hat sich zu Beginn dieser Woche der Alltag total verändert. Zwei wurden am Montag in den örtlichen Kindergarten aufgenommen, zwei besuchen seit Beendigung der Osterferien die Grundschule in Zusamaltheim. Wie Schulleiterin Gisela Müller berichtet, sind die Klassenkameraden eines zehnjährigen afghanischen Buben, der in die 4a geht, ebenso begeistert wie die Mitschülerinnen und Mitschüler eines achtjährigen Mädchens aus Nigeria in der 2a. Und das, obwohl die beiden Neuen beim Start kein Wort Deutsch sprachen. Das habe sich im Verlauf dieser Woche aber schon geändert. „Sie haben heute Zahlen nachgesprochen, und auch die Farben haben sie in Deutsch gelernt“, verriet am Donnerstag Gisela Müller.

    Schwarz, gelb, grün, rot oder blau – solche Worte kommen Rezay Qadir und Zafar Moradi schon seit einigen Wochen über die Lippen. Doch nicht flüssig genug. Sie wollen ihr Deutsch sukzessive verbessern, damit sie – wenn ihre Asylbewerbung positiv entschieden wird – damit sie sich in diesem Land gut zurechtfinden. In ihren Unterkünften in Zusamaltheim unterhalten sich die Neuankömmlinge aus Afghanistan auf paschtunisch, die aus Nigeria auf Englisch oder Arabisch. Immer dann, wenn Heimleiter Jürgen Lechner auftaucht, wird‘s ob der fehlenden Deutschkenntnisse ruhiger mit der Kommunikation. Da wird dann auch mit Händen und Füßen gesprochen. Insbesondere bei der Essensausgabe, wenn Dinge wie Fladenbrot oder Schafskäse angeliefert werden.

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