Donnerstag, 18. Januar 2018

28. September 2009 05:41 Uhr

Diese Kunst kommt aus der Steckdose

Augsburg Fast zwei Drittel der Toskanischen Säulenhalle haben Doris Kettner und Stefan Schrammel von der Gesellschaft für Gegenwartskunst mit weißen Stellwänden abgesperrt und zudem verdunkelt, um 19 kompakt arrangierten Arbeiten Wirkung zu verschaffen. Man geht durch einen dunklen Gang, und dann wird es Licht.

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"Licht!" - die Anführungs- und Ausrufezeichen im Ausstellungstitel versprechen Effekt und Überraschung, vielleicht sogar Erleuchtung. Doch die Schau will wohl eher einen Überblick über eine in Einzelobjekten gebundene Bewegung der Lichtkunst verschaffen, wirkt also erhellend durch Erkenntnis mittels Augenschein. Und dieser sagt, dass diese Kunst der Lichtobjekte eine arrivierte, vielleicht auch vorschnell an ihr Ende gekommene Angelegenheit zu sein scheint und heute nur noch wenig Aufregendes enthält, auch wenn sie erst wenige Jahre alt ist.

Die diagonale Leuchtstoffröhre wurde zur Ikone

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Den von Galerien in Frankfurt, Berlin und München übernommenen Arbeiten haftet so etwas Bekanntes, Vertrautes an wie einem Möbelstück, an das man sich gewöhnt hat. Das gilt vor allem für die überdimensionierten "Stehlampen" von Franz West, aber auch für "Cineastenabgang", die beiden beleuchteten Kinotreppchen von Martin Kippenberger.

Dabei war das doch mal so toll, wie Dan Flavin der Leuchtstoffröhre ihren Platz in der Kunstgeschichte erkämpfte, wie er, etwa im Münchner Kunstbau oder in der Pinakothek der Moderne, dem Neonlicht gefühlvolle Töne abzwang oder durch diagonale Anordnung der Röhren Statements abgab. Auch in Augsburg ist Flavin mit einer Arbeit vertreten - fünf Leuchtstoffröhren in kalten und warmen Farbwerten, T-förmig angeordnet - und man nimmt sie zur Kenntnis als eine Episode in der Kunst-Produktion und als Modell für eine Reihe ähnlicher Arbeiten.

Die Nachkommenschaft ist in der Augsburger Schau vertreten mit Günther Förgs Quadrat aus Neonröhren und Metallknöpfen, mit Georg Herolds Leuchtstange an Dachlatten, mit Reinhard Muchas Leuchtröhren plus Kasten (mit Namen statt mit Sicherungen). Das ist begrenzt und lässt einen als Betrachter ziemlich kalt.

Man denkt als Kontrapunkt an die "große", raumfüllende Lichtkunst eines James Turell oder Olafur Eliasson.

Für den Versuch, Licht in einem Raum einzufangen, steht in der Ausstellung einzig Heinz Mack mit seinem kleinen Glaskubus - eine konventionelle Arbeit, die aber das mehrfache Hinschauen lohnt, weil sich im Inneren des Würfels mit Spiegelungen und Lichtveränderungen immer was tut.

Am interessantesten scheinen drei Werke, bei denen das Licht höchstens noch eine Nebenrolle spielt: Jorge Pardo hat aus bemalten Stahlstäben und brennenden Kerzen eine Skulptur kreiert, in der es um Geschichte zu gehen scheint. Von Tobias Rehberger (ihn holte die Gesellschaft für Gegenwartskunst schon lang vor seinem Goldenen Löwen auf der Biennale in Venedig nach Augsburg) stammt ein großes Mobile aus sechs schwingenden, sich ständig drehenden Spiralen.

Bewegung ist hier das anmutige Thema, und mitten drin leuchten halt ein paar Glühbirnen. Schließlich ist da noch eine inzwischen museal wirkende "Capri Batterie", eines der vielfach aufgelegten, letzten Werke von Joseph Beuys. Das Zusammenspiel der echten Zitrone mit der gelben Glühbirne spricht von Natur und Technik, von Energie im weitesten Sinn.

"Licht!" ist noch bis zum 1. November in der Toskanischen Säulenhalle in Augsburg zu sehen, Mittwoch bis Sonntag 11 bis 18 Uhr.

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