Zwischen Augsburg und München ist zu besichtigen, dass das Pilotprojekt funktioniert. Das heißt: Die Autobahn wird von einem privaten Konsortium ausgebaut und betrieben, und das kassiert neben einer Anschubfinanzierung 30 Jahre die Lkw-Maut. Autobahnplus hält den engen Zeitplan ein und wird bis Jahresende die sechsstreifige A 8 vollendet haben.
Dann geht es auf der anderen Seite des Lechs weiter gen Westen. Wer baut und betreibt, entscheidet sich im Herbst. Autobahnplus ist nicht mehr dabei.
Beim Straßenbau scheint PPP (Public Private Partnership) zu funktionieren - beim Neubau der Justizvollzugsanstalt Gablingen nicht, dort wurde in letzter Minute zurückgerudert.
Die Rodung an der alten Vorkriegsautobahn lässt ahnen, wie sehr sich die Landschaft verändern wird. Die Schneise durch die Westlichen Wälder ist deutlich breiter geworden. Riesige Erdbewegungen werden folgen. Es wird Ärger geben, keine Frage. Lkw- und Autofahrer werden über enge Spuren schimpfen, Anwohner jammern, wenn Ortskundige den Stau umkurven wollen, Natur- und Heimatschützer verzweifeln.
Der Preis für unsere mobile Gesellschaft ist hoch, sehr hoch. Doch es gibt keine Alternative. Außer einer: Lieber bestehende Verkehrsadern leistungsfähiger machen als immer noch mehr neue Straßen durch unberührte Gebiete bauen. Und dann möglichst rasch.
Dafür wären viele Bürger bereit, eine Pkw-Maut zu bezahlen. Aber bitte nur nach einem einfachen System wie etwa in der Schweiz.
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