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25. Mai 2010 04:44 Uhr

Islam und Demokratie bieten Konfliktstoff

Wertingen Der Islam in Bezug auf Nichtmuslime, Frauen und Demokratie stand im Mittelpunkt des zweiten Referats, das der katholische Theologe Wilfried Puhl-Schmidt zum Themenbereich "Grundwissen und Grundfragen zum Islam" kürzlich auf Einladung des Wertinger Bürgerforums im Landgasthof Stark hielt.

Mekka ist für Ungläubige streng verboten

Nicht bekannt war den meisten Zuhörern, dass die Stadt Mekka, das bevorzugte Pilgerziel der Moslems, für Nichtmuslime tabu ist. "Ungläubigen ist der Zutritt zur gesamten Stadt strengstens verboten, damit Mekka durch sie nicht entweiht wird", so Puhl-Schmidt. Im Gegensatz dazu seien die christlichen Pilgerstätten wie der Petersplatz in Rom, Lourdes oder Fatima weltoffen und für alle Menschen zugänglich.

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Die Scharia, die Rechtsprechung im Islam, erklärte Puhl-Schmidt, gründet auf dem Koran, der Biografie Mohammeds und der Überlieferung. So finde sich im Koran beispielsweise nichts über die Steinigung. Diese sei aber trotzdem islamkonform, weil Mohammed steinigen ließ.

Wie die Scharia viele Lebensbereiche beeinflusst, erklärte der Referent am aktuellen ägyptischen Erbrecht. Wer dort zum Christentum überwechselt, wird per Gesetz enterbt.

Fehlende Rechte der Frau bemängelt

In Bezug auf die Rolle der Frau im Islam sei der Koran ein zwiespältiges Buch. Einerseits seien die religiösen Pflichten für Mann und Frau gleich. Andererseits bemängelte Puhl-Schmidt fehlende Rechte der Frauen beim ehelichen Zusammenleben. Die Sure 2.221 "… die Frau ist euer Acker, bestellt ihn, wann und wie ihr wollt…" ist dabei in Bezug auf unsere Werteordnung ebenso kritikwürdig wie zum Beispiel die Sure 4.34 "Die Männer stehen über den Frauen …schlagt sie, wenn sie sich widersetzen".

Einseitig ist auch das Scheidungsrecht, das nur dem Mann zustehe, nicht jedoch der Frau. Sie würde den aktuellen Auslegungen der Al Aksa-Universität in Kairo, die in islamischen Rechtsfragen die führende Instanz bei der Meinungsbildung ist, zufolge das Scheidungsrecht "mißbrauchen".

Zur Situation der christlichen Kirche in der Türkei schilderte Puhl-Schmidt das Schicksal zweier türkischer Christen, die vor kurzem Bibeln angeboten hatten und sich deshalb wegen "Verunglimpfung des Türkentums" vor Gericht verantworten müssen.

Der türkische Staat unternehme alles, um das Christentum in der Türkei auszutrocknen. So muss der Bischof von Antakya, ein persönlicher Bekannter von Puhl-Schmidt, gegenüber der Polizei all seine Paketpost öffnen, weil sich darin Missionsschriften befinden könnten.

Der real existierende Islam in der Türkei verbietet der katholischen Kirche dort beispielsweise auch, ein Bankkonto zu unterhalten. Als offizielle Institution gibt es sie schlichtweg nicht. Pfarrer können nur mit Diplomatenstatus als "Sozialarbeiter der deutschen Botschaft" tätig sein.

"Das europäische Wertefundament und der Islam bieten großen Konfliktstoff", so betont Puhl-Schmidt, und zitierte dazu den Vorsitzenden des Zentralrats der Muslime und FDP-Politiker Ayyub Axel Köhler "Demokratie widerspricht der Herrschaft Allahs. Demokratie ist dem Islam fremd".

An den Vortrag schloss sich eine Diskussion um den Islamunterricht für muslimische Kinder an. Im Schulunterricht lernten die Kinder die Werte der Demokratie und Menschenrechte, um dann eine Stunde später im Islamunterricht zu hören, dass der Islam die Demokratie ablehne sowie Frauen und Ungläubigen elementare Menschenrechte abgesprochen würden. Innere Konflikte bei den muslimischen Kindern seien da unausweichlich und die Integration massiv erschwert, kritisierten einige Zuhörer ebenso wie die Frage, warum der Staat an Schulen die Verbreitung verfassungswidriger Inhalte zulasse.

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